14.02.2018 - 16:20 Uhr
Deutschland & Welt

Grüne wollen "Absolutismus der CSU brechen" "Dieses Land gehört keiner Partei"

Landshut. Mit deftiger Kritik an den Regierenden in Berlin und München haben die Grünen ihre Anhänger beim politischen Aschermittwoch auf den Landtagswahlkampf eingestimmt. "Die Grünen wollen den Absolutismus der CSU brechen", rief Grünen-Bundeschef Robert Habeck vor etwa 400 Zuhörern in Landshut. "Dieses Land gehört keiner Partei." Bei den Grünen gebe es eine Vision "für eine großartige Veränderung". Bayern sei zwar ein denkbar schwieriges Pflaster, doch hier gebe es ein großes Potenzial: Dickschädeligkeit und Rauheit einerseits, Weltoffenheit und Veränderungsbereitschaft andererseits, sagte Habeck - und erinnerte an sein persönliches Vorbild, den 2010 gestorbenen bayerischen Grünen-Politiker Sepp Daxenberger.

Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, in Landshut. Bild: Andreas Gebert/dpa
von Agentur DPAProfil

Spitzenkandidat Ludwig Hartmann kritisierte den zunehmenden Flächenverbrauch und die industrielle "Turbo-Landwirtschaft". Die CSU sei dabei, "das Land in ein Gewerbegebiet mit Autobahnanschluss zu verwandeln; da hilft uns ein weiß-blauer Himmel drüber auch nichts mehr", sagte Hartmann. "Wir wollen eine Politik, die denkt, bevor der Bagger kommt." Katharina Schulze, die mit Hartmann die Grünen in die Landtagswahl führt, schlug der CSU ein "betreutes Regieren" vor. "Das Allerbeste wäre, wenn man sie mal ein paar Jahre in die Opposition schickt." Auch Schulze gab sich zuversichtlich für die Wahl im Oktober: "Wir haben in Bayern eine wunderschöne Natur, sehr langsames Internet, löchriges Mobilfunknetz und wenige Busverbindungen. Die letzten drei Dinge werden wir ab Herbst 2018 ändern."

Schulze kritisierte das Zögern beim Umgang mit alten Diesel-Stinkern und verlangte ein Aus für die Pläne zur dritten Startbahn am Münchner Flughafen. Habeck forderte, mehr Verantwortung für die Umwelt weltweit zu übernehmen und verwies auf die jüngsten Berichte zum Anstieg der Meeresspiegel. "Wir werden nicht untergehen. Wir haben Geld." In anderen Teile der Welt sehe das anders aus. Sich angesichts von Not und Kriegen abzuschotten und Flüchtlinge nicht haben zu wollen, das sei eine "bigotte Politik".

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