Grüne wollen Flächenverbrauch im Freistaat gesetzlich begrenzen
Maximal 4,7 Hektar pro Tag

Politik BY
Bayern
19.05.2017
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München. Die Grünen wollen den Flächenverbrauch in Bayern auf maximal 4,7 Hektar pro Tag begrenzen. Sie haben dazu einen Gesetzentwurf in den Landtag eingebracht. Auf der Grundlage dieser Obergrenze sollen Kommunen orientiert an ihrer Einwohnerzahl ein Flächenkontingent zugewiesen bekommen. Gemeinden, die für ihre Entwicklung mehr Raum brauchen, können über einen Handel mit Flächenzertifikaten zusätzliche Verbrauchsberechtigungen von Kommunen dazukaufen, die ihre nicht benötigen. In einem Planspiel des Bundesumweltamtes mit mehreren Modellkommunen habe dieses Konzept zu einer deutlichen Verringerung des Flächenverbrauchs geführt, begründete der Grünen-Abgeordnete Martin Stümpfig den Vorstoß. Der Zertifikatehandel biete flexible Lösungen für die Kommunen und fördere den schonenden Umgang mit der knappen Ressource Boden.

Bei den anderen Fraktionen stieß das Modell der Grünen trotz des allgemein verfolgten Ziels des Flächensparens auf Ablehnung. Annette Karl (SPD) setzte auf ein regionales Flächenmanagement und die Rückbauverpflichtung bei nicht mehr benötigten Flächen. Beim Zertifikatehandel sah sie eine Benachteiligung finanzschwacher und unter Bevölkerungsschwund leidender Kommunen. Zudem habe nicht jede Fläche die gleiche Wertigkeit, was einen fairen Handel bürokratisch und kompliziert mache. Heimatstaatssekretär Albert Füracker sprach von "grüner Verbots-, Vorschrifts- und Bürokratisierungsrhetorik".
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