22.03.2018 - 19:28 Uhr
Deutschland & Welt

Interview mit CSU-Politiker Tobias Reiß „Parlament hat auch was von einer Bühne“

Tirschenreuth/München. (paa/üd) Paukenschlag am Mittwoch: Der neue bayerische Ministerpräsident Markus Söder ließ im Kabinett kaum einen Stein auf dem anderen. Die Umwälzungen auf der Regierungsbank haben auch in der CSU-Fraktion Personalveränderungen zur Folge: Der Tirschenreuther Abgeordnete Tobias Reiß (49) wird Parlamentarischer Geschäftsführer und stellvertretender Fraktionsvorsitzender, so der Vorschlag von Söder und Fraktionschef Thomas Kreuzer. Am 11. April soll Reiß in seine neue Rolle gewählt werden.

Tobias Reiß, aufgewachsen in Brand (Kreis Tirschenreuth), wird in der CSU-Landtagsfraktion aufsteigen. Er soll Parlamentarischer Geschäftsführer und stellvertretender Fraktionsvorsitzender werden. Bild: exb
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Sie sollen in den Fraktionsvorstand der CSU aufrücken. Was bedeutet das für Sie persönlich?

Tobias Reiß: Wenn ich das Vertrauen der Fraktion bekomme, rücke ich an die Fraktionsspitze auf, um die Arbeit der Fraktion im Parlament zu organisieren, für alle Anliegen meiner Kolleginnen und Kollegen ansprechbar zu sein und als Scharnier die Aktionseinheit zwischen Staatsregierung und Fraktion zu stärken. Für mich ist es eine Ehre, an so entscheidender Stelle mit gestalten zu können.

Worin würden in Zukunft Ihre Aufgaben liegen?

Der Parlamentarische Geschäftsführer ist gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden dafür zuständig, die politische Agenda von Fraktion und Staatsregierung im Parlamentsbetrieb zu koordinieren. An dieser Stelle habe ich alle Themen und Entwicklungen in allen Fachbereichen im Blick. Eine absolute Querschnittsaufgabe also, die viel Spannung, aber auch Gestaltungsmöglichkeiten verspricht.

Kommen Sie dann nur ins Spiel, um Thomas Kreuzer zu vertreten?

Nein, die Stellvertreterrolle ist eine Daueraufgabe, kein Teilzeitjob, denn man vertritt ja die Fraktion draußen im Lande. Es kommen für den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden also etliche Termine bei Veranstaltungen dazu. Für mich, sollte ich gewählt werden, würde das bedeuten, dass ich im Gegenzug den Vorsitz im Ausschuss für Fragen des Öffentlichen Dienstes abgeben müsste.

Was würde sich an Ihrer Arbeit im Wahlkreis ändern?

Meine erste Aufgabe ist und bleibt es, die Bürger meiner Heimat zu vertreten und für sie zu arbeiten. Das heißt weiterhin voller Einsatz für die nördliche Oberpfalz. Albert Füracker sitzt als Finanzminister an einer entscheidenden Schaltstelle der Staatsregierung, das Gleiche gilt für mich dann in der Landtagsfraktion. Gemeinsam werden wir die Interessen der gesamten Oberpfalz vertreten.

Sie haben mal eine Theatergruppe gegründet und geleitet. Wie viel Theater und Schauspiel gehören zum parlamentarischen Alltag im Landtag?

Meine Theaterarbeit liegt schon über 20 Jahre zurück, aber ehrlich gesagt hat das Parlament schon auch etwas von einer Bühne. Auch wenn es oft um sehr ernste Themen geht und die Sache im Vordergrund steht, also die Arbeit für Bayern. Es schadet aber nicht, wenn man über ein gewisses schauspielerisches Talent verfügt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp