06.03.2018 - 20:50 Uhr
Deutschland & Welt

Interview mit Kultusminister Spaenle Apps statt Kreide

Apps für nahezu alle Dinge des täglichen Lebens - die Digitalisierung hat längst Einzug in den Alltag gehalten. Auch in Schulen soll die Technik endlich genutzt werden.

Kultusminister Ludwig Spaenle will die Digitalisierung an bayerischen Schulen vorantreiben. Archivbild: Petra Hartl
von Agentur DPAProfil

Würzburg. Der Freistaat hat sich viel vorgenommen. Weiterführende Schulen sollen für die Herausforderung der Digitalisierung gerüstet werden. Deshalb gibt es den "Masterplan Bayern Digital II". Sein Ziel sei, die Schüler zu kritischen und sachkompetenten Nutzern digitaler Angebote zu machen, sagt Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) dazu. Im Interview erklärt er, wie das erreicht werden soll:

Was macht eine digitale Schule aus?

Ludwig Spaenle: Fünf Aspekte: Erstens natürlich die Einrichtungssituation. Das heißt einen leistungsfähigen Internetanschluss und ein aufzubauendes digitales Klassenzimmer. Das zweite ist die Digitalität als Unterrichtsgegenstand Wir haben deshalb Lehrpläne überarbeitet und sind weiterhin dabei, die Lehrpläne zu überarbeiten. Für alle weiterführenden Schulen. Das dritte ist, es wird in allen weiterführenden, allgemeinbildenden Schularten zusätzliche Stunden für das Thema Digitales und Informatik geben. Das heißt, wir werden zusätzliche Lehrkräfte einsetzen. Das ist auch beschlossen. Das vierte ist die Fortbildung zum Thema Digitalität und Informatik für Zehntausende von Lehrkräften. Und der fünfte Aspekt ist das Thema Umgang mit dem Handy.

Inwiefern sollen die Lehrpläne geändert werden?

Alle Lehrpläne sollen auf die Themen Digitales und Informatik noch einmal durchgeschaut und auf die Höhe der Zeit gebracht werden.

Heißt die Digitalisierung der Schulen, dass die Kreide vor dem Aus steht?

Sicher nicht. Sie wird auch künftig in der Schule einen Platz haben. In der Vielfalt der Methoden liegen besondere Chancen. Aber wie andere technologische Neuerungen wird die Digitalisierung den Unterricht verändern. Digitalisierung wird ein Unterrichtsmittel sein - und ein Unterrichtsgegenstand. Das ist der Unterschied zu früher.

Wo stehen die Schulen im Freistaat mit Blick auf die Digitalisierung?

Die Schulen sind angehalten, für jeden Standort ein Medienkonzept zu entwickeln. Das ist natürlich Teil eines Prozesses. Wir werden unmittelbar nach Ostern die fünf wichtigen Themen im ganzen Land massiv in die Schulen tragen und das Thema Handynutzung mit einem Runden Tisch auf Landesebene besprechen. Das wird auch zusätzlich massive Investitionen bedeuten.

Wo steht Bayern bei der Digitalisierung der Schulen im Deutschlandvergleich?

Was die Frage der Internetanschluss-Situation angeht, kann ich Ihnen das natürlich nicht für jede Schule sagen. Aber vom Vorgehen her geht es darum, dass wir nicht nur das Kabel und ein Gerät wollen, sondern dass wir uns den ganzen Prozess anschauen. Da können wir uns schon sehen lassen.

Wie viel Geld will das Land für die Digitalisierung der Schulen in die Hand nehmen?

Etwa 170 Millionen sind für den Masterplan Bayern Digital II zunächst eingeplant. Insgesamt geht es allein im Schulprogramm um einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Wir wollen da aber eine Verstetigung, um die Kommunen zu unterstützen.

Betrifft der Masterplan auch Grundschulen?

Das betrifft die weiterführenden Schulen ab der fünften Klasse. Das ist im Moment eine bewusste Entscheidung. Natürlich hat auch eine Grundschule Umgang mit digitalen Medien. Aber verstärken werden wir es bewusst erst ab der fünften Klasse.

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