18.10.2017 - 20:52 Uhr
Deutschland & Welt

Justizminister zieht Bilanz: Weniger Mord und Totschlag, mehr Einbrüche und Drogen Mehr verurteilte Straftäter

München. In Bayern sind 2016 etwas mehr Straftäter rechtskräftig verurteilt worden. Es gab rund 118 600 Verurteilungen, 4,5 Prozent mehr als 2015, teilte Justizminister Winfried Bausback (CSU) am Mittwoch in München mit. Der Anteil der Ausländer ist laut Strafverfolgungsstatistik um 3,3 Prozentpunkte auf 37,6 Prozent gestiegen. 44 500 Ausländer, ein Anstieg um 14,5 Prozent, sind in Bayern verurteilt worden - fast 50 Prozent kamen aus Ländern der Europäischen Union. Die meisten Verurteilten hatten demnach die rumänische (12,6) Prozent) und türkische (10,2 Prozent) Staatsbürgerschaft. Die häufigste Straftat war Diebstahl. "Wir nehmen die Entwicklung der Ausländerkriminalität sehr ernst", sagte Bausback. Die Statistik unterscheide nicht zwischen Durchreisenden und Ausländern, die in Deutschland arbeiten und leben. Straffällige Touristen oder Banden, die für Einbrüche oder Diebstähle eingereist sind, fallen in die selbe Kategorie wie Ansässige. Zurückgegangen ist die Zahl der verurteilten Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren - sie sank um 4,4 Prozentpunkte auf rund 5450. Die Zahl der verurteilten Heranwachsenden, also 18- bis 20-Jährigen, stieg um 3,6 Prozentpunkte. 2016 waren Straftäter vor allem männlich (80 Prozent).

Das Justizministerium veröffentlichte Zahlen zu Verurteilten. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Verurteilungen wegen Drogen, Einbruch und Beleidigung haben zugenommen. Bausback forderte härtere Strafen für Hasskommentare im Internet und sprach sich gegen eine Legalisierung von Cannabis aus. Die Zahl der Körperverletzungen ist gestiegen. Bei Kapitalverbrechen wie Mord und Totschlag gab es einen leichten Rückgang. Der gleiche Trend zeichnet sich bei Sexualstraftaten ab.

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