24.04.2017 - 19:12 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zu Seehofer/CSU Mit Seehofers Entscheidung gewinnt die CSU vor allem Zeit

Horst Seehofer macht weiter und die CSU fügt sich. Denn auch jenen in der Partei, die Seehofers Positionen nicht uneingeschränkt teilen oder sich an seinem mitunter selbstherrlichen und ruppigen Politikstil stören, ist klar, dass es derzeit keine personelle Alternative gibt, die den Erfolg bei den anstehenden Wahlen garantieren könnte.

von Jürgen UmlauftProfil
Kommentar

Kein anderer CSU-Politiker hat gerade eine ähnlich hohe Reputation wie Seehofer, keiner kann auf der Klaviatur der Macht virtuoser und wirkungsvoller spielen. Dass Seehofer nun auch noch den loyalen Sachpolitiker Joachim Herrmann als Pro-Forma-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl gewinnen konnte, rundet das Bild ab. Der Chef hat seinen Laden im Griff.

Eigentlich wollte Seehofer spätestens 2018 alle Ämter abgeben und bis dahin für einen geordneten Übergang auf die nächste Generation sorgen. Im ersten Anlauf ist er damit gescheitert. Vor allem weil er unbedingt Markus Söder verhindern wollte, aber keine passende Alternative gefunden hat. Die notwendige Weitergabe der Verantwortung ist damit aber nur aufgeschoben, das Dilemma bleibt. Denn der ewige Seehofer ist schon rein biologisch nicht möglich.

Es ist absehbar, dass die CSU schon in wenigen Jahren wieder vor einer Nachfolgedebatte mit den mutmaßlich gleichen Protagonisten stehen wird. Mit Seehofers Entschluss zum Weitermachen hat die Partei deshalb nur Zeit, nicht aber Zukunft gewonnen.

redaktion[at]oberpfalzmedien[dot]de

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