14.02.2018 - 18:08 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zum Politischen Aschermittwoch Showtime für Söder: Worauf sich der Freistaat einstellen kann

Markus Söder liebt die Show, den großen Auftritt. Wie zuletzt als Prinzregent Luitpold beim Franken-Fasching in Veitshöchheim. Bescheidenheit ist nicht das Ding des Franken. Der Politische Aschermittwoch in Passau ist für Söder daher auf den Leib geschnitten. Riesige Bühne, maximale mediale Aufmerksamkeit. Und anders als Horst Seehofer reißt er das Parteivolk mit wie zuletzt vielleicht nur Franz Josef Strauß.

von Frank Werner Kontakt Profil

Aber kann der Showman auch Ministerpräsident? Kann er Landesvater für den gesamten Freistaat sein? Wofür steht Söder überhaupt? In Passau gibt er schon mal einen Einblick, wohin die Reise geht. "Bavaria First" lautet sein Motto. Deutschland, eigentlich die ganze Welt, kann von Bayern mächtig lernen. Das ist nicht nur im Sinne der christsozialen Anhänger, das würden sicher viele Bürger zwischen Passau und Hof unterschreiben. Dieses Heimatgefühl, das Söder fast schon pathetisch beschwört, das sei "der seelische Anker, den ein Jeder braucht".

Der Noch-Finanzminister gibt einen konservativeren Kurs als Seehofer vor. Beim Thema Flüchtlinge kommen von ihm wesentlich schärfere Töne. Der Kampf gegen die AfD lässt die CSU nach rechts rücken. Ob die Abgrenzung gegen Meuthen, Gauland und Co. so besser gelingt? Zweifel sind angebracht.

Auf jeden Fall hat die CSU den Machtwechsel vergleichsweise sauber über die Bühne gebracht. Gut, schlimmer als bei der SPD ist dies auch nicht möglich. Die Sozialdemokraten lecken 20 Kilometer weiter in Vilshofen ihre Wunden. Für die CSU sind die Sozis längst kein echter Gegner mehr, der steht rechts. "Genossen ist die Vergangenheit von genießen", spottet CSU-General Andreas Scheuer. Das klingt schon fast nach Mitleid - Höchststrafe!

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