12.05.2017 - 21:53 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zur Mitgliederbefragung in der SPD: Gelungenes Beispiel für gelebte Demokratie

Bei der Bayern-SPD hat sich die Favoritin in der Mitgliederbefragung durchgesetzt, überraschend deutlich sogar. Bei sechs respektablen Kandidaten die absolute Mehrheit zu holen, ist schon eine Leistung, die Natascha Kohnen eine ordentliche Basis für ihren neuen Job als Landeschefin gibt. Dabei war sie durchaus ins Risiko gegangen mit ihrem Vorschlag, die Nachfolge des unglücklichen Florian Pronold per Mitgliedervotum vorzuentscheiden. Es hat sich für sie ausgezahlt.

von Jürgen UmlauftProfil
Kommentar

Auch die Partei hat von der Basisdemokratie profitiert. In den landesweiten Vorstellungsrunden wurde über Inhalte gestritten, die sich gern vernachlässigt und bevormundet fühlende SPD-Basis durfte mitreden, nachhaken und entscheiden. Ein gelungenes Beispiel für gelebte Demokratie, dass das Personalfindungsverfahren bei der CSU ziemlich alt aussehen lässt. Dort bestimmte allein der Boss über seine Zukunft - und sonst niemand. Trotzdem hat es die notorisch zu Nabelschau und Verschwörungstheorien neigende Bayern-SPD geschafft, dem Projekt Mitgliederbefragung störende Nebengeräusche beizufügen.

Da gab es kindische Eifersüchteleien, Selbstverständlichkeiten wurden als Verstoß gegen Fair-Play-Regeln gewertet, es brachen alte Flügelkämpfe auf.

Kohnen wird die Partei zu einem einigen und schlagkräftigen Haufen zusammenschweißen müssen. Der Schwung aus der motivierenden Mitgliederbefragung könnte dabei helfen. Die Erfahrung lehrt aber: Ein Selbstläufer wird das nicht.

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