Kriminalitätsstatistik für Bayern 2017
Herrmann: Sicherheitslage so gut wie seit 1991 nicht mehr

Innenminister Joachim Herrmann (links) und Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer bei der Pressekonferenz zur Kriminalstatistik. Bild: Hoppe/dpa
Politik BY
Bayern
28.03.2018
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2017 war die Sicherheitslage in Bayern so gut wie zuletzt beim Fall des Eisernen Vorhangs. In der Kriminalitätsstatistik steht die Oberpfalz nur wegen Regensburg nicht ganz so gut da, wie sie eigentlich könnte.

München. Nach der von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch vorgelegten Statistik gab es 2017 bayernweit 4533 Straftaten je 100 000 Einwohner. So niedrig war die Kriminalitätbelastung demnach zuletzt 1988. Mit rund 586 000 begangenen und versuchten Straftaten (-4,6 Prozent) wurden so wenige Delikte registriert wie seit 1991 nicht mehr. Die Aufklärungsquote verbesserte sich von 63,7 auf 64,4 Prozent. Die größten Deliktsbereiche waren Diebstahl (163 178 Fälle), Körperverletzung (75 423) und Sachbeschädigung (68 378).

Auch in der Oberpfalz ging die Kriminalitätsbelastung zurück. Die Häufigkeitszahl sank um 2,5 Prozent auf 4039. Die Oberpfalz lag damit im Mittelfeld der Bezirke. Verzerrt wird der Durchschnittswert der Oberpfalz aber durch die vergleichsweise hohe Kriminalitätsrate in Regensburg mit einer Häufigkeitszahl von 8617 (-3 Prozent). Mit Abstand sicherster Bezirk war Niederbayern mit 3562 registrierten Straftaten je 100 000 Einwohner. "Man lebt heute in Bayern sicherer als vor 10 oder 20 Jahren", erklärte Herrmann. Es werde also nicht immer schlimmer, wie das manche Gruppierung mit "Fake-News" zu verbreiten versuche.

Herrmann stellte auch klar, dass es trotz des Zuzugs von Asylbewerbern keine Verschlechterung der Sicherheitslage gegeben habe. Zwar liege ihr Anteil bei den Tatverdächtigen mit rund 10 Prozent überdurchschnittlich hoch, doch relativiere sich dies durch den Umstand, dass rund zwei Drittel der Delikte im eigenen Umfeld begangen worden seien. "Die Mehrzahl der von Zuwanderern begangenen Straftaten betrifft nicht die einheimische Bevölkerung."

Spürbar rückläufig waren 2017 nach Angaben Herrmanns vor allem Wohnungseinbrüche (-19,1 Prozent), Rohheitsdelikte (-4,2 Prozent) - darunter fallen Raubdelikte, Körperverletzungen und Straftaten gegen die persönliche Freiheit -, Diebstähle (-9,5 Prozent) sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte (-5,1 Prozent). Dagegen gab es eine deutliche Zunahme der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (+26,2 Prozent). Herrmann führte dies aber vor allem auf Gesetzesverschärfungen und eine erhöhte Anzeigebereitschaft in diesem Bereich zurück. So sei unter anderem die sexuelle Belästigung zu einer Straftat aufgestuft worden.

Laut Statistik hat sich im vergangenen Jahr der Trend zu mehr Rauschgiftdelikten fortgesetzt. Die Fallzahl stieg hier um 3,8 Prozent auf knapp 51 000. Leicht entspannt hat sich dagegen die Lage bei Crystal Meth. Hier ging die Zahl der Aufgriffe um 52 auf 2389 zurück.
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