25.03.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Landesparteitag in Bad Windsheim FDP fordert Ganztagsschulen

Nach der verlorenen Landtagswahl von 2013 wittert die Bayern-FDP wieder Morgenluft. Mit ihrem Spitzenkandidaten Martin Hagen will sie im Herbst nach fünfjähriger Pause wieder in den Landtag einziehen.

Martin Hagen (Mitte) jubelt nach seiner Wahl in Bad Windsheim zum Spitzenkandidaten der FDP für die bayerische Landtagswahl mit Generalsekretär Norbert Hoffmann (rechts) und Landesvorsitzendem Daniel Föst auf der Bühne. Bild: Daniel Karmann/dpa
von Agentur DPAProfil

Bad Windsheim. Die FDP im Freistaat will im Landtagswahlkampf unter anderem mit einem Kitapflichtjahr und einem Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz bei den Wählern punkten. Mit diesen und anderen Maßnahmen eines Bildungspakets wolle die FDP künftig für mehr Bildungsgerechtigkeit in Bayern sorgen, sagte Spitzenkandidat Martin Hagen beim Landesparteitag am Samstag im mittelfränkischen Bad Windsheim. "Die Entscheidung, welche Schule ein Kind besucht, muss von seinem Talent und nicht von dem Geldbeutel der Eltern abhängen."

Der 36-Jährige war zuvor mit großer Mehrheit der mehr als 400 Delegierten zum Spitzenmann für die Landtagswahl im Herbst gewählt worden. Die Wahl war allerdings nur noch Formsache, nachdem Hagen sich bereits Anfang März in einer Urwahl gegen den früheren bayerischen FDP-Landeschef Albert Duin durchgesetzt hatte. Hagens Rede war von zahlreichen Seitenhieben auf den einstigen Koalitionspartner CSU geprägt. Der Partei des neuen Ministerpräsidenten Markus Söder verhieß Hagen mit dem Urnengang im Herbst das Ende ihrer Alleinherrschaft. Dabei verglich der Freidemokrat das Schicksal der CSU mit dem des Handy-Herstellers Nokia. Bayern gehe es heute keineswegs schlecht. "Das war bei Nokia vor zehn Jahren auch so", sagte der 36 Jahre alte FDP-Politiker. Heute habe aber kaum noch einer ein Nokia-Handy. "Das zeigt, wie schnell man heute als Marktführer absteigt."

Der CSU-Generalsekretär Markus Blume wies die Äußerung Hagens umgehend zurück. "Wer in Berlin kneift, braucht in Bayern nicht die Backen aufblasen. Die FDP kann sich unpassende Vergleiche sparen, die CSU hat das Zukunfts-Update bereits installiert", betonte Blume in einer Mitteilung.

Von selbstkritischen Tönen war derweil die Rede des FDP-Landesvorsitzende Daniel Föst mit Blick auf das Debakel bei der Landtagswahl 2013 geprägt. "Wir haben damals unsere Mandate selbst verspielt. Das darf uns künftig nicht mehr passieren", sagte Föst. Die Parteitagsdelegierten forderte er zu einer verstärkten Kontrolle von FDP-Führung und FDP-Mandatsträgern auf. "Treten Sie uns auf die Füße, wenn Sie meinen, dass etwas in die falsche Richtung geht." Die Urwahl habe der Partei gut getan, stellte Föst fest. Die anschließende Programmdebatte war stark von Bildungsthemen geprägt.

Die FDP war 2013 aus dem Landtag geflogen - sie erreichte damals nur 3,3 Prozent der Stimmen. 2008 hatte die FDP dagegen mit 8,0 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Wahl in Bayern erzielt und war in der Folge mit der CSU eine Koalition eingegangen. Nach den aktuellen Umfragen ist der Wiedereinzug bei der Wahl am 14. Oktober diesen Jahres wahrscheinlich. In der jüngsten Umfrage von GMS im Auftrag von Sat.1 kamen die Freien Demokraten auf 6,0 Prozent.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp