20.02.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Leserbrief Der "Kreuzzug" des Markus Söder

Zu den Äußerungen von Markus Söder beim politischen Aschermittwoch:

von Externer BeitragProfil

Nachdem Alexander Dobrindt herum schwadroniert hat von einer konservativen Revolution in Deutschland, kündigt jetzt Markus Söder eine Art Kreuzzug an zur Verteidigung des christlichen Abendlandes. In allen öffentlichen Gebäuden sollen künftig Kruzifixe angebracht werden, um ganz klar die christlich-jüdische Leitkultur in unserem Land zu demonstrieren.

Kein Missverständnis bitte, auch ich bin sehr dafür, in Deutschland die Werte, die unser Grundgesetz garantiert, selbstbewusst und mit Nachdruck zu vertreten. Aber hier soll das heilige Symbol des Christentums herabgewürdigt werden, um damit Menschen anderen Glaubens einzuschüchtern.

Der Begriff "christlich" ist nicht geschützt. Es kann ihn eigentlich jeder für alles verwenden. Das muss man sich einmal klarmachen.

Ich meine, es wäre jetzt endlich einmal an der Zeit, dass die Kirchen in Bayern ganz klar Stellung beziehen zwischen christlich und christlich. Angesichts des andauernden Mitgliederschwunds könnte gerade solch eine klare Abgrenzung von irgendwelchen politischen Verstrickungen verlorene Glaubwürdigkeit wiederbringen. Den christlichen Religionsgemeinschaften wird in unserem Staat das gleiche Recht zur freien Entfaltung gewährt, wie jeder anderen Religion. Mehr ist nicht notwendig. Je weniger wir auf unser Christentum stolz sind, desto mehr kann Christus durch uns wirken.

Stephan Gleißner, 95643Tirschenreuth

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