12.10.2017 - 20:10 Uhr
Deutschland & Welt

Lob vom Ministerialrat Erste Bilanz nach Neuordnung der Rettungsdienste

München. Die 2016 begonnene Neuorganisation des Rettungsdienstes in Bayern hat sich nach einer ersten Bilanz des Innenministeriums bewährt. "Wir haben ein Stück mehr Ordnung und Qualität in das System gebracht und damit die Patientenversorgung deutlich verbessert", erklärte der zuständige Ministerialrat Christian Ebersberger im Innenausschuss des Landtags. Die Umstellung auf einen ärztlichen Rettungsdienstbeauftragten in jedem Regierungsbezirk und über Bayern verteilt 26 regionale, fest angestellte "Ärztliche Leiter Rettungsdienst" habe zu einer Professionalisierung und Qualitätssteigerung geführt.

von Jürgen UmlauftProfil

Weitreichendste Neuerung war laut Ebersberger aber die Zuweisung zusätzlicher Kompetenzen auf die Rettungssanitäter. Diese dürfen im Einsatz nun auch in bestimmten Fallsituationen heilkundliche Maßnahmen ohne Anwesenheit eines Notarztes durchführen. Dazu gehöre bei einfacheren Verletzungen die intravenöse Gabe von Schmerz- oder Betäubungsmitteln, um die Transportfähigkeit der Patienten herzustellen. Das war den Rettungssanitätern vorher untersagt. "Wir haben damit eine Entlastung der Notärzte in den Fällen erreicht, wo sie nicht wirklich gebraucht werden", sagte Ebersberger.

Während CSU, Grüne und Freie Wähler die Bilanz begrüßten, kam Kritik von der SPD. Deren Abgeordneter Harry Scheuenstuhl forderte noch mehr Klarheit darüber, was Rettungssanitäter im Einsatz vornehmen dürfen. Sollten diese "eine Art Notarzt light" werden, müsse die Ausbildung ausgerichtet werden. Die Personaldecke im Rettungsdienst sei weiter "auf Kante genäht". "Die Leute arbeiten bis zum Anschlag", klagte Scheuenstuhl. Aus Vor-Ort-Besuchen wisse er, dass die Frustration darüber "riesig groß" sei. Ebersberger erklärte, dass bis 2023 genügend Notfallsanitäter ausgebildet seien, um den Bedarf abzudecken.

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