Medien berichten über Verstöße bei Tötungen
Wieder Mängel in Schlachthöfen

Bayerische Schlachthöfe sollen nach Medien-Recherchen zum wiederholten Mal gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben. Schweine sollen vor ihrer Schlachtung nicht richtig betäubt worden sein. Bild: Arno Burgi/dpa
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Bayern
09.12.2016
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Erneut ist es laut Medien zu Tierschutzverstößen an bayerischen Schlachthöfen gekommen. Schweine seien nicht richtig betäubt worden. Das zuständige Ministerium, das die Mängel unlängst als "umgehend abgestellt" vermeldet hatte, will nun die Kontrollen der Betriebe neu organisieren.

München. Mehrere Schlachthöfe sollen laut Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" und des Bayerischen Rundfunks (BR) zum wiederholten Mal gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben, hieß es am Donnerstag. Durch die nicht erfolgreiche Betäubung hätten die Tiere den tödlichen Schnitt in die Halsschlagader bei Bewusstsein erlebt. Bereits im Frühjahr hatte eine anonymisierte Studie über unzureichenden Tierschutz bei der Schweineschlachtung für Aufsehen gesorgt. In einigen der bemängelten Betriebe machten die Reporter nach eigenen Angaben nun erneut Verstöße aus.

Die Reporter hatten mit Hilfe eines Gerichts, das die Herausgabe der Namen angeordnet hatte, einige der anonymisiert genannten Betriebe entschlüsselt. Darunter fallen der Bio-Schlachtbetrieb Chiemgauer Naturfleisch in Trostberg in Oberbayern, der Mottinger Hof im niederbayerischen Vilsbiburg und die Schlachthof Augsburg GmbH.

Laut Medienberichten hatte Scharf nach Veröffentlichung der Studie betont, die Mängel seien "umgehend abgestellt" worden. Nun habe das Ministerium "vereinzelt erneut gravierende Mängel" eingeräumt, hieß es. Scharf habe die Bezirksregierungen beauftragt, diejenigen Betriebe nachzukontrollieren, in denen zuvor gravierende Mängel festgestellt worden seien. Die zum Wochenbeginn veröffentlichten Ergebnisse zeigten insgesamt eine Verbesserung der Tierschutzsituation.

Neue Behörde ab 2018

Das Umwelt- und Verbraucherschutzministerium habe ein Maßnahmenpaket aufgelegt. Unter anderem werde die Kontrolle von "komplexen Betrieben" ab 2018 durch eine bayernweit zuständige Spezialbehörde neu organisiert. Dazu gehören alle überregional tätigen Lebensmittelbetriebe in fast 20 Bereichen - von Schlachthöfen über Molkereien bis hin zu Zuckerfabriken. Bis dahin soll eine Spezialeinheit des Landesamtes für Lebensmittelsicherheit größere Betriebe kontrollieren.

Die Opposition kritisierte die Zustände und das Vorgehen der Staatsregierung aufs Schärfste. "Anstatt nur wirkungslose Ermahnungen auszusprechen, müssen die Missstände mit härteren Strafen konsequent abgestellt werden", forderte die tierschutzpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Rosi Steinberger. Auch die SPD und Freien Wähler fordern, Tierquälereien mit ganzer Härte und Konsequenz zu verfolgen.
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