24.11.2017 - 20:10 Uhr
Deutschland & Welt

Mehr Islamunterricht für bayerns Schüler Lehrerverband: Islamunterricht raus aus Nische

Nürnberg. Bayern muss den Islamunterricht an Schulen nach Einschätzung des Lehrerverbands aus der Nische holen und ausweiten. Es seien ein flächendeckendes Angebot für alle Schularten und bestens ausgebildete Lehrkräfte nötig, mahnte die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Simone Fleischmann, am Freitag in Nürnberg. Seit 2009 läuft im Freistaat ein Modellversuch für Islamunterricht in deutscher Sprache, der zunächst für fünf Jahre genehmigt und 2014 um fünf Jahre verlängert wurde. Laut Kultusministerium haben im Schuljahr 2016/2017 rund 15 500 Schüler an mehr als 330 Schulen daran teilgenommen.

von Agentur DPAProfil

Aus Sicht des Forschers Tarek Badawia vom Lehrstuhl für Islamische Religionspädagogik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg reicht das nicht aus. 90 000 weitere muslimische Schüler warten auf ein solches Angebot, sagte er. Dabei habe der Modellversuch gezeigt, dass muslimische Eltern den Islamunterricht akzeptierten und ihre Kinder dorthin schickten. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) teilte mit, Rückmeldungen und eine Untersuchung hätten ergeben, dass das Programm "gesellschaftlich-integrativ" wirke. Bis zum Auslaufen soll der Modellversuch weiter fachlich begleitet werden. Über das weitere Vorgehen werde rechtzeitig entschieden.

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