29.12.2016 - 11:54 Uhr
Deutschland & Welt

Memminger Oberbürgermeister Markus Kennerknecht stirbt nach 38 Tagen im Amt Tod beim Joggen

Memmingen. Die Bürger von Memmingen trauern um ihren Oberbürgermeister und Bayerns Sozialdemokraten um einen Kommunalpolitiker aus ihren Reihen. Völlig überraschend ist Rathauschef Markus Kennerknecht beim Joggen gestorben. Der 46-Jährige sei während des Sports in seiner Heimatgemeinde Durach nahe Kempten zusammengebrochen, teilte die Stadt am Donnerstag mit. "Unser Oberbürgermeister hinterlässt seine Ehefrau und seine beiden kleinen Töchter", heißt es in einer Mitteilung zum Tod des Oberbürgermeisters vom Mittwoch.

Schock in Memmingen und bei der SPD: Der erst kürzlich ins Amt gewählte Oberbürgermeister Markus Kennerknecht ist tot. Der 46 Jahre alte Ausdauersportler brach beim Joggen zusammen. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Kennerknecht war leidenschaftlicher Ausdauersportler. Er nahm für den Radsportclub Kempten an Triathlons teil. "Spaziergänger haben ihn auf einem Weg liegend gefunden und sofort den Rettungsdienst verständigt", sagte Kennerknechts Stellvertreterin Margareta Böckh (CSU) der Deutschen Presse-Agentur. Wiederbelebungsversuche durch den Notarzt sei jedoch erfolglos geblieben. Böckh übernahm die Amtsgeschäfte bis zur Neuwahl eines Oberbürgermeisters.

Schockstarre im Rathaus

"Ich habe heute Morgen die Mitarbeiter im Rathaus informiert - es herrscht hier natürlich Schockstarre", berichtete sie. Der Betrieb müsse aber trotzdem weitergehen. "Jeder tut in dieser Situation, was er kann", sagte Böckh. Die Stadt legte im Rathaus ein Kondolenzbuch aus. Das Amt als Oberbürgermeister hatte Kennerknecht erst vor 38 Tagen übernommen: Anfang November war er zum neuen Rathauschef gewählt worden. Er war Nachfolger von Ivo Holzinger (SPD), der mit 68 Jahren als Deutschlands dienstältester Oberbürgermeister nach 36-jähriger Amtszeit in den Ruhestand gegangen war. "Ich bin geschockt und ringe nach Worten", erklärte der Vorsitzende der Bayern-SPD, Florian Pronold. Kennerknecht habe sich durch "seine herzliche, engagierte und kompetente Art" das Vertrauen der Memminger erworben. Er sei auch im Landesvorstand und Präsidium der Partei äußerst geschätzt gewesen. "Das sind schwere Stunden für die Sozialdemokratie in Bayern", sagte Pronold.

Auch die SPD-Landtagsfraktion bedauerte den Tod Kennerknechts. Der Kommunalpolitiker sei ein "sympathischer und kompetenter Kollege" gewesen, schrieb Fraktionschef Markus Rinderspacher auf Twitter. Nach der Gemeindeordnung muss nun innerhalb von drei Monaten ein Nachfolger gewählt werden.

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