06.10.2017 - 21:34 Uhr
Deutschland & Welt

Ministerin verspricht Hilfe Huml will Situation der Hebammen und werdenden Eltern verbessern

München. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml verspricht Hebammen und werdenden Eltern Hilfe. So werde unter anderem geprüft, ob und wie Geburtshilfestationen im Freistaat durch die Krankenkassen landesspezifische Zuschläge zur Sicherstellung des Angebots bekommen können, sagte die CSU-Politikerin in München. "Im Bereich der Haftpflicht für die Belegärzte setze ich mich auf Bundesebene für Verbesserungen ein." Hintergrund der Debatte sind Schließungen von Geburstabteilungen in Kliniken und Vorschriften für Hebammen.

Menschen demonstrieren 2014 in München für den Beruf der Hebammen und gegen die erhöhten Versicherungsbeiträge für den Berufsstand der Hebammen. Archivbild: Peter Kneffel/dpa
von Agentur DPAProfil

So hatte eine Schiedsstelle im September entschieden, dass freiberufliche Hebammen zwar rückwirkend zum 15. Juli rund 17 Prozent mehr Geld bekommen. Zu dem Beschluss gehört aber auch, dass sie in der Klinik künftig nur noch die gleichzeitige Betreuung von maximal zwei Schwangeren abrechnen können. Das kritisierte der Hebammenverband als "massive Einschnitte in unsere Berufsausübung" und bemängelte, die aktuelle personelle Situation in der jeweiligen Klinik werde nicht berücksichtigt. Der GKV-Spitzenverband, der die Krankenkassen vertritt, argumentierte hingegen, so verbessere sich die Betreuung der werdenden Mütter.

Der Schiedsspruch sei für viele Hebammen nicht zufriedenstellend, räumte auch Huml ein. "Die jetzt geäußerten Sorgen nehme ich ernst, zumal gerade in Bayern der Anteil der Beleghebammen weit überdurchschnittlich ist." Dieser betrug 2015 im Freistaat 51 Prozent, bei den in Krankenhäusern tätigen Hebammen waren es bundesweit aber nur 17 Prozent. Gezählt werden dabei Mitarbeiter, nicht Vollzeitstellen. Beleghebammen arbeiten selbstständig und haben mit einer oder mehreren Geburtskliniken Verträge.

Kritisiert werden auch zahlreiche Kreißsaalschließungen. Nach Angaben des Deutschen Hebammenverbands wurden seit 2015 in Bayern acht Kreißsäle geschlossen, zwei weitere vorübergehend. Drei Kreißsäle seien von einer Schließung bedroht. Die Zahl der Hebammen und Entbindungspfleger in Bayern ist den Angaben zufolge seit dem Jahr 2004 von 2400 auf über 3600 im Jahr 2014 gestiegen. "Einen Mangel an Hebammen können wir rein zahlenmäßig also nicht feststellen", sagte Huml. Deshalb habe sie eine Studie zur Hebammenversorgung in Bayern in Auftrag gegeben. Dabei soll es um Arbeitsbereiche und Verteilung der Hebammen gehen.

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