19.10.2017 - 18:32 Uhr
Deutschland & Welt

Nahversorgung auf dem Land Lange Wege erschweren den Einkauf

Erbendorf/Hallstadt. Kein Lebensmittelgeschäft, kein Bäcker und kein Metzger mehr im Dorf - das Problem der fehlenden Nahversorgung gibt es nach Einschätzung des Handelsverbandes Bayern nicht nur auf dem Land, sondern auch in der Stadt. Hier könne man ebenfalls häufig nicht mehr fußläufig einen Anbieter von Lebensmitteln erreichen, sagte Geschäftsführer Bernd Ohlmann.

von Agentur DPAProfil

Beim Bayerischen Nahversorgungstag am Donnerstag in Hallstadt (Kreis Bamberg) debattieren Experten und Politiker über Möglichkeiten für die Bürger, Dinge des täglichen Bedarfs in unmittelbarer Nähe einkaufen zu können. Es gebe aber durchaus erfolgversprechende Geschäftsmodelle, betonte Ohlmann - beispielsweise durch die Fokussierung auf Waren aus der Region "Das ist ein Megatrend, damit können kleinere Geschäfte punkten."

Auf regionale Produkte setzt auch das Projekt "Mobiler Bauernmarkt" der Steinwald-Allianz aus Erbendorf (Kreis Tirschenreuth), das in Hallstadt präsentiert wurde. Die Idee: Direktvermarkter aus der Umgebung und Kunden vernetzen sich über eine Plattform im Internet. Ein Verkaufswagen soll dann nicht nur allgemeine Dinge des täglichen Bedarfs in Dörfer ohne Einkaufsmöglichkeit ausliefern, sondern vor allem Produkte von lokalen Direktvermarktern an Bord haben. Online können Vermarkter ihr aktuelles Angebot einstellen, der Kunde kann sich dann seinen virtuellen Warenkorb befüllen und bekommt die Lebensmittel später geliefert. Das Internet-Programm ermittelt zudem die effektivste Route für den Verkaufswagen, um Waren bei den Erzeugern einzusammeln und dann wieder zu verkaufen. Das Projekt "mobiler Bauernmarkt" wird vom bayerischen Wirtschaftsministerium unterstützt, ab Mitte nächsten Jahres soll der Verkaufs-Lkw durch 16 Oberpfälzer Kommunen rollen. Bei ihnen sollen die Kunden auch Bargeld abheben können, wie Martin Schmid, Geschäftsführer der Steinwald-Allianz, erläutert.

Befragungen im Vorfeld hätten ergeben, dass es den Bürgern wichtig sei, regionale Produkte einzukaufen. Wer aber im Steinwald seinen Wocheneinkauf bei Direktvermarktern erledigen wolle, sei lange unterwegs: "Der eine hat die Eier, der andere das Gemüse." Deshalb wolle man das Angebot bündeln, sagte Schmid, der Wert darauf gelegt hat, dass bei der Konzeption auch eine telefonische Bestellung möglich ist - gerade für ältere Menschen.

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