01.06.2017 - 21:04 Uhr
Deutschland & Welt

Nationalparkpläne Wiederstand in Oberfranken

Kronach. Der Bund Naturschutz hält den Frankenwald als Standort für einen Nationalpark für ungeeignet. Der Frankenwald sei eine Kulturlandschaft, in der man beispielsweise die Täler bewusst offenhalten wolle. "Das widerspricht dem Nationalparkcharakter", sagte der Landesbeauftragte Richard Mergner.

Blick zu den Baumkronen im Frankenwald. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Zudem bestehe das Gebiet überwiegend aus Nadelwald. Und im Fokus bei einem dritten Nationalpark im Freistaat sollten nach den Planungen vielmehr die Buchenwälder stehen. "Im Frankenwald sehen wir die Herausforderung anderswo", sagte Mergner. Hier müsse der Wald zu einem Mischwald mit größerem Laubanteil umgebaut werden.

Heute will Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) in den Landkreis Kronach kommen, um einen Dialogprozess zu der Frage zu starten, inwieweit der Frankenwald im Norden Oberfrankens überhaupt als Nationalpark geeignet wäre. Der örtliche Abgeordnete Jürgen Baumgärtner (CSU) hatte die Region in die Diskussion um einen dritten Nationalpark in Bayern eingebracht.

Seit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) angekündigt hatte, dass es neben dem Bayerischen Wald und den Berchtesgadener Alpen einen dritten Nationalpark in Bayern geben soll, gibt es in den möglicherweise betroffenen Regionen heftige Debatten über die Vor- und Nachteile. Im Rennen sind noch der Spessart, die Rhön und die Donau-Auen.

Gerade Waldbesitzer fürchten große Nachteile durch die strengen Schutzvorschriften eines Nationalparks. Befürworter hoffen auf mehr Tourismus. Der Steigerwald, in dem jahrelang ein heftiger Streit um einen möglichen Nationalpark getobt hatte, spielt in den Plänen der Staatsregierung indes keine Rolle mehr. Zu verhärtet scheinen dort die Fronten.

Im Frankenwald haben sich bereits die Waldbesitzer und der Bauernverband in Position gebracht: Sie lehnen einen Nationalpark strikt ab. "Wir sind grundsätzlich gegen Flächenstilllegungen.", sagte Wolfgang Schultheiß, der Vizevorsitzende der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfranken, Man fürchte eine Borkenkäferplage. Auch der Bund Naturschutz setzt auf andere Varianten: Besonders schützenswerte Flächen im Frankenwald könnten Teil eines Naturwald-Verbundsystems im Freistaat werden. Dort soll sich der Wald ohne Holznutzung frei entwickeln können. Im Juli will die Staatsregierung entscheiden, wo ein neuer Nationalpark entstehen soll.

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