02.12.2016 - 02:10 Uhr
Deutschland & Welt

NSU-Prozess: Beweisaufnahme in den letzten Zügen Ende in Sicht

München. Im NSU-Prozess rückt das Urteil gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte näher. Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl forderte die Prozessbeteiligten am Donnerstag im Oberlandesgericht München auf, "möglichst zügig und schnell" noch ausstehende Anträge zu stellen. Damit sei das "Ende der Beweisaufnahme in Sicht", sagte Rechtsanwalt Max Behnke, einer der Nebenklage-Anwälte. Zschäpe ist für zehn überwiegend rassistisch motivierte Morde angeklagt, die ihre beiden Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt verübt haben sollen.

von Agentur DPAProfil

Richter Götzl kündigte außerdem an, der psychiatrische Sachverständige solle am 20. und 21. Dezember sein Gutachten über Zschäpe erstatten. Das psychiatrische Gutachten steht üblicherweise am Ende der Beweisaufnahme. In einer Vorabfassung hatte der Sachverständige Zschäpes Schuldfähigkeit festgestellt.

Einer von Zschäpes Pflichtverteidigern, Wolfgang Heer, verlangte einen späteren Termin für das Gutachten des Psychiaters, um "externe fachkundige Unterstützung" für eine Gegenmeinung zu organisieren. Die Verteidiger des mitangeklagten mutmaßlichen Terrorhelfers Ralf Wohlleben kündigten darüber hinaus an, sie würden in den nächsten Tagen noch weitere Beweisanträge stellen.

Götzl sagte weiter, dass Zschäpe am Donnerstag kommender Woche seine Fragen zum verschwundenen Mädchen Peggy beantworten wolle. Das habe er mit ihrem Verteidiger Mathias Grasel vereinbart. Der Anwalt hatte schon gesagt, dass Zschäpe nicht persönlich sprechen, sondern ein Anwalt ihre Antworten verlesen werde. Peggy war im Mai 2001 im oberfränkischen Lichtenberg verschwunden. Erst 15 Jahren später waren sterbliche Überreste des Mädchens in einem Waldstück in Thüringen gefunden worden.

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