Pläne und Lügengeschichten

"Ich verdiene nicht 8000 Euro im Monat, sondern 5500 brutto, wofür ich 300 Stunden arbeite." Zitat: Bürgermeister Georg Ritter
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Bayern
13.12.2016
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Bei der Bürgerversammlung in der voll besetzten Turnhalle hat Bürgermeister Georg Ritter mit Gerüchten aufgeräumt und "notorische Stänkerer im Dorf" in ihre Schranken verwiesen.

Fichtelberg. Zunächst lag dem Gemeindeoberhaupt eine Liste mit 107 Fragen vor, die meisten von einer einzigen Bürgerin und einem einzigen Bürger gestellt.

Brücke am Chamottewerk

Aufgrund von aufgetretenen Problemen wie Entsorgung von belastetem Boden und vielem mehr kam es zu einem Mehraufwand, der die geschätzte Bauzeit verzögerte. Die Tragschicht wird Anfang der Woche asphaltiert, so dass die Straße bereits noch Ende dieser Woche befahrbar sein wird. Der Bau blieb im Kostenrahmen.

Entwässerung Hüttstadl

Derzeit laufen die Planungsarbeiten für die Sanierung der Abwasseranlage Hüttstadl. Die Kosten werden sich voraussichtlich auf rund 1,2 Millionen Euro inklusive Baunebenkosten und Mehrwertsteuer belaufen. Der Bürgermeister geht davon aus, dass im Januar die Ausschreibung erfolgen kann, damit die Bauarbeiten nach den Osterferien beginnen können.

Vor allem die betroffenen Bürger aus Hüttstadl werden zu einer Information über die Kanalsanierungsmaßnahme eingeladen und zwar am Dienstag, 17. Januar 2017, um 19 Uhr in den Gasthof Waldfrieden in Hüttstadl. "Fichtelberger Bürger müssen nicht mit zahlen", beantwortete Ritter eine diesbezügliche Frage.

Wiederaufbau der Therme

Über den Wiederaufbau der Therme wurden seitens der Kristall GmbH keine konkreten Aussagen getroffen. Es wurde lediglich geäußert, dass die neue Therme in Weißenstadt genau beobachtet wird; schließlich wäre es sinnvoll, eine neue Therme in Fichtelberg als Ergänzung zu den in der Region vorhandenen Thermen zu gestalten.

Der nächste Besprechungstermin ist bereits vereinbart. Es wird auch weiterhin angestrebt, eine Lösung zu finden und zwar ohne sich gerichtlich auseinandersetzen zu müssen. Die Frage, ob die Gemeinde über das Grundstück verfügen könne, wenn die Therme nicht wiederaufgebaut werden sollte, beantwortete Ritter mit: "Nein".

Städtebauförderung

Für die Auswahl eines Architekturbüros ist es erforderlich, drei Angebote mit Gestaltungsvorschlägen anzufordern. Diese Angebote werden nun angefordert, damit der Auftrag vergeben werden kann. Erst danach kann das eigentliche "Verfahren" zu Umgestaltung des Chamottewerk-Areals beginnen. Dazu gehört dann auch die Einbindung der Bürger. Ein entsprechender Termin wird noch genannt. Die Einwohner sollten sich aber jetzt schon mal Gedanken machen. Jedenfalls wird in Kürze eine Ortsentwicklungs-Gruppe gegründet, wo sich jedermann einbringen kann.

Heinrich-Lindner-Straße 5

Die Gemeinde Fichtelberg hat im Rahmen der Städtebauförderung das Anwesen Heinrich-Lindner-Straße 5 erworben. Das Haus ist sehr baufällig, eigentlich abbruchreif. Auch ist es weder von der Architektur noch von der Lage erhaltenswert. Mit dem Erwerb soll sichergestellt werden, dass das abbruchreife Gebäude beseitigt werden und einer sinnvollen städtebaulichen Nutzung zugeführt werden kann.

Das Grundstück ist von großer städtebaulicher Bedeutung für Fichtelberg, weil dadurch der alte Wanderweg entlang der Fichtelnaab wieder geöffnet werden kann. Über dieses Grundstück könnte dann auch eine gemeindliche Zugangsmöglichkeit für Gehbehinderte auf dem Kalvarienberg geschaffen werden.

Fußgänger-Brücken am Fichtelsee: Die aufgrund von morschen Trägern gesperrten Brücken werden sobald wie möglich saniert. Das THW ist eingebunden. Kosten: 200 000 Euro, die von der Gemeinde getragen werden müssen. In dieser Wintersaison wurde aufgrund der guten Erfahrungen zum dritten Mal in der Gemeinde Fichtelberg der Winterdienst an eine externe Firma vergeben.

Gerüchte und Vorwürfe

Gründlich räumte der Bürgermeister mit Gerüchten auf, die schon länger im Raum stehen und in denen es vor allem um Persönliches gehe:

"Ich verdiene nicht 8000 Euro im Monat, sondern 5500 brutto, wofür ich 300 Stunden im Monat arbeite. Weder mein Auto, noch meine Kleidung werden von der Gemeinde bezahlt." Er sei es leid, dass durch solche Gerüchte und Lügen der so notwendige Dorffrieden gestört werde. "Stinksauer" ist Ritter, weil einige Bürger wegen einer Familienfehde im Dorf einen Mitarbeiter der Gemeinde, der sehr gute Arbeit mache und sich sogar noch außerdienstlich um vielfältige Belange kümmere, denunzierten: "Das lasse ich nicht mehr zu."

Ich verdiene nicht 8000 Euro im Monat, sondern 5500 brutto, wofür ich 300 Stunden arbeite.Bürgermeister Georg Ritter


ZahlenDie Einwohnerzahl ist von 2133 im Jahr 2015 auf 2069 gesunken, was vor allem auf die rückläufige Zahl von Asylbewerbern zurückzuführen ist). Geburten: 14, Sterbefälle : 24, Wegzüge: 170, Zuzüge: 116. Die Übernachtungen sind in diesem Jahr um neun Prozent gestiegen dank der 13 Gaststätten im Ort. Zahlen zum Haushalt: Die Schulden der Gemeinde (2,8 Millionen Euro) sind im Vergleich zu den Vorjahren immens gesunken., deutlich reduziert auch die Kassenkredite. Verbindlichkeiten AbwasserGmbH: 3 800 000 Euro, FFE-GmbH: 2 800 000 Euro, Erträge aus der Veh-Stiftung: 97 000 Euro.
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