30.03.2018 - 21:58 Uhr
Deutschland & Welt

"Privat bleibt privat" Gassigehen mit Markus Söder

Markus Söder lässt nur gezielte, sehr dosierte Einblicke in sein Privatleben zu, eigentlich fast gar keine. "Privat bleibt privat", sagt er. Nur auf einen Spaziergang mit seinen beiden Hunden lässt sich der neue bayerische Ministerpräsident ein. "Denen ist es egal."

Ministerpräsident und Herrchen: Markus Söder beim Spaziergang im Wald mit Fanny, einer Labrador-Hündin, und Bella, einer Zwergpinscher-Hündin. Bild: Daniel Karmann/dpa
von Agentur DPAProfil

München/Nürnberg. Markus Söder steigt als erstes aus der schwarzen Dienstlimousine aus, dann die beiden Damen: Fanny, die große, und Bella, die kleine. Die eine ausgesprochen gemütlich, die andere hat's dagegen richtig eilig. Spätestens seit Söders Wahl zum Ministerpräsidenten zählen die beiden wohl zu den prominentesten Hunden im Freistaat. Der 51-Jährige setzt sich einen dunklen Hut mit einer breiten Krempe auf - und los geht's in den Nürnberger Wald.

Seit Mitte März ist Söder nun bayerischer Ministerpräsident, wenige Tage später stellte er seine Regierungsmannschaft zusammen. Dann gleich die erste Kabinettssitzung - wichtig war ihm: noch vor Ostern. In seinem Terminkalender reiht sich Termin an Termin - wobei mehr als vorher, als er Finanzminister war, geht eigentlich gar nicht. Jetzt aber, nach einer Marathon-Woche auch für ihn, hat Söder wieder einmal eine Stunde Zeit, um mit den beiden Hunden kurz auf Tour zu gehen.

Wachhund Bella

"Nach einer ereignisreichen Woche tut es richtig gut, einmal durchschnaufen zu können", sagt Söder, während Zwergpinscher Bella, zwei Jahre alt, an der Leine zerrt. "Sie ist ein absoluter Wirbelwind und der perfekteste Wachhund, den wir je hatten", berichtet er. Labrador Fanny, zehn Jahre alt, sei dagegen "die entspannte Dame".

Ein Spaziergang mit Hunden: Das ist schon das höchste der Gefühle, auf das sich Söder einlässt, wenn man seine nicht-öffentliche, seine private Seite erkunden will. Söder mit Hunden - das sind ja auch schöne Bilder für den Wahlkampf. Und natürlich, so ist das bei ihm, ist alles auch immer ein Stück Inszenierung: Söder auf einer venezianischen Gondel im Nymphenburger Schlosspark, Söder mit Kapitänsmütze, Söder in Fischerhose - und eben Söder mit Tieren. Schirmherr bei einem Bernhardiner-Verein war er auch schon mal. Das alles soll wohl Sympathie-Punkte bringen, denn da hat er auch neueren Umfragen zufolge noch am ehesten Nachholbedarf. Deshalb auch die neue CSU-Veranstaltungsreihe "Söder persönlich", bei der er ebenfalls sehr wohlüberlegte Einblicke in sein Tun und Denken gewährt.

Söder zieht aber eine klare Grenze: Eine Home-Story mit Frau und Kindern wird es bei ihm niemals geben, auch wenn es unzählige Anfragen gibt. "Ich achte sehr darauf, dass Familie Familie bleibt. Bei uns gilt: Privat bleibt privat und zu Hause bleibt zu Hause", betont er. "Ich möchte den Kindern weiter ihr normales Leben ermöglichen." Nicht einmal zu seiner Wahl und Vereidigung im Landtag hatte Söder seine beiden Söhne und seine beiden Töchter mitgenommen. Drei sind noch im Schulalter, eine Tochter studiert inzwischen. Seine Frau Karin, die neue bayerische First Lady, war aber mit dabei, saß auf der Ehrentribüne. Aber auch sie will ihr Leben nicht völlig umkrempeln. "Als Eltern ist es uns wichtig, dass es den Kindern gut geht", sagt Söder. "Außerdem bleibt meine Frau weiterhin berufstätig." Alles andere entscheide sie selber. "Bei Staatsterminen wird sie mich sicher öfters begleiten. Aber welche Schirmherrschaften sie übernimmt, kann sie selbst entscheiden, und das wird sich finden."

Privat bleibt privat - das geht so weit, dass Söder nicht einmal vom Familienleben zu Hause in Nürnberg erzählt. Wer übernimmt welchen Part der Hausarbeit? Will er nicht verraten. Nur so viel: "Zu Hause hält mir meine Frau den Rücken frei." Und Urlaub dieses Jahr? "Ein paar Tage. Ein kurzer Sommerurlaub mit der Familie muss sein."

Schwimmen für den Kopf

Söder erzählt nur von sich selber - und das auch nur in engen Grenzen. "Ich stehe sehr früh auf am Morgen, zwischen 5.30 und 6.00 Uhr. Und wenn ich am Wochenende daheim bin, dann gehe ich mit den Hunden zum Bäcker." Alkohol trinkt er bekanntlich fast keinen. Und Sport? "Fahrradfahren, Schwimmen, Tennis. Vor allem Schwimmen befreit den Kopf." Ins Bett gehe er, berichtet er, "selten nach Mitternacht". Für seine Hobbys hat der neue Ministerpräsident, bekennender Fan von Filmen wie "Star Wars" und "Game of Thrones", aber in seinem neuen Amt möglicherweise noch etwas weniger Zeit als bisher schon. "Ich gehe nach wie vor gerne ins Kino", berichtet er. Und: "Ich habe einen sehr großen Fernseher. Den Luxus haben wir uns mal geleistet." Und was ist Luxus sonst für ihn? "Zeit", entgegnet er. "Morgens aufstehen und einmal keinen Terminplan zu haben, sich nichts vorzunehmen."

Ganz lässt ihn die Politik aber offenbar nie los - nicht einmal beim Spaziergang mit Fanny und Bella. "Da fliegen mir die Gedanken zu", berichtet Söder. Dann kommt es vor, dass er nach Hause kommt und sich schnell ein paar Notizen macht. Nach Ostern steht ja beispielsweise seine erste große Regierungserklärung an. Gibt es Momente, in denen er die Politik mal komplett abschalten kann? "Wenn ich schlafe."

Ich achte sehr darauf, dass Familie Familie bleibt. Bei uns gilt: Privat bleibt privat und zu Hause bleibt zu Hause.Ministerpräsident Markus Söder
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