10.05.2016 - 02:10 Uhr
Deutschland & Welt

Rechtsextreme Angeklagte schildern ihr Leben „Mein Kampf“, Hochzeitsausgabe

München. Mit einer mehrstündigen Vernehmung hat das Oberlandesgericht München im Terrorprozess gegen die rechtsextreme "Oldschool Society" den Werdegang zweier Angeklagter beleuchtet. Die 23 Jahre alte Denise G. berichtete über eine von Alkohol, Drogen und brüchigen Beziehungen geprägte Jugend. Der selbst ernannte Anführer der Gruppe, Andreas H. aus Augsburg, schilderte ein Leben mit schwierigen Verhältnissen in der Kindheit und Gefängnisaufenthalten. Er berichtete über seine Sammelleidenschaft für NS-Gegenstände und Waffen und sein, wie er betonte, gut gehendes Malergeschäft.

von Agentur DPAProfil

Bereits zu Prozessbeginn hatten Markus W. und Olaf G. ihr Leben geschildert. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Quartett die Bildung einer terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags auf eine Flüchtlingsunterkunft in Sachsen vor.

Andreas H. kommt regelrecht ins Schwärmen, wenn er über seine Leidenschaft für Waffen - "keine, die schießtauglich sind" - spricht, für Modellschiffe, SS-Mützen und "die Hochzeitsausgabe" von "Mein Kampf": Diese sei "sehr, sehr, sehr teuer und wird noch teurer werden".

Er habe versucht, den Text zu lesen, "aber das sei "sehr, sehr schwer". "Ich bin kein Nazi und ich werde nie einer sein. Aber mir gefallen diese Mützen, diese Dolche, die Art, wie sie gearbeitet sind: Das sind Dinge, die mir gefallen." Alle Gegenstände seien so untergebracht gewesen, "dass die keiner sieht.

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