21.03.2018 - 21:50 Uhr
Deutschland & Welt

Schlussvorträge im NSU-Prozess verzögern sich Beate Zschäpe ist unpässlich

Die Schlussvorträge der Verteidiger im Mammutverfahren begannen wieder nicht. Zuletzt waren es Befangenheitsanträge eines Mitangeklagten, die den NSU-Prozess verzögerten. Jetzt fühlte sich Beate Zschäpe nicht wohl.

Die Angeklagte Beate Zschäpe sitz neben ihren Anwälten Hermann Borchert (links) und Mathias Grasel im Gerichtssaal im Oberlandesgericht. Bild: Matthias Schrader/AP POOL/dpa
von Agentur DPAProfil

München. Der Beginn der Verteidiger-Plädoyers und damit die letzte Etappe im NSU-Prozess verzögert sich weiter. Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe klagte am Mittwochmittag über Übelkeit und Kopfschmerzen. Sie habe am Morgen schon Medikamente genommen, sagte sie dem Richter auf Nachfrage. Nach der Untersuchung durch einen Gerichtsarzt vertagte das Gericht die Sitzung und damit das erste Verteidiger-Plädoyer auf diesen Donnerstag.

Davor hatten sich die Schlussvorträge schon wegen Streits um neue Beweise und mehrere Befangenheitsanträge verzögert. So begann die Sitzung am Mittwoch verspätet, weil andere Richter des Münchner Oberlandesgerichts zuerst über drei noch offene Befangenheitsanträge des Mitangeklagten Ralf Wohlleben befinden mussten. Als es losging, rief das Gericht dann überraschend nicht die Zschäpe-Verteidiger für deren Plädoyers auf, sondern kehrte von sich aus noch einmal in die Beweisaufnahme zurück. Die Richter verlasen Ermittlungsdokumente aus der Zeit vor der Gründung des "Nationalsozialistischen Untergrunds", die anonyme Drohbriefe mit Bombenattrappen betrafen. Zschäpe hatte in ihren Einlassungen zugegeben, dass sie an der Produktion dieser Briefe beteiligt gewesen sei. Erst danach erteilte der Senat dem Rechtsanwalt Hermann Borchert das Wort, einem der beiden Vertrauensanwälte Zschäpes. Borchert machte dann die Krankheit seiner Mandantin geltend. Anklage und Nebenklage haben in dem seit fünf Jahren dauernden NSU-Prozess bereits plädiert. Die Bundesanwaltschaft verlangte lebenslange Haft für Zschäpe. Sie sei voll verantwortliche Mittäterin bei den NSU-Verbrechen, darunter neun Morde an griechisch- und türkischstämmigen Gewerbetreibenden.

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