Seehofer garantiert neunjährige Züge am Gymnasium
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Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (rechts) und der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle (beide CSU) bei einer Sitzung des Bayerischen Landtags. Bild: dpa
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Bayern
09.01.2017
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München. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat sich klar zur geplanten Wahlfreiheit zwischen acht- und neunjährigem Gymnasium bekannt. Die Zusage, dass es künftig acht- und neunjährige Züge bis zum Abitur geben werde, stehe, sagte Seehofer. "Wer will, kann sich mehr Zeit zum Lernen nehmen. Das ist ein Beitrag zur Entschleunigung. Politik muss nicht immer nur das Schneller, Höher, Weiter formulieren, sondern die unterschiedlichen Lebensumstände berücksichtigen", betonte er.

30 Prozent für G8?

Wer will, soll das Abitur nach den Worten Seehofers aber auch weiterhin nach acht Jahren Gymnasium ablegen können. "Es wird einen gewissen Prozentsatz von Schülern geben, um die 30 Prozent meiner Meinung nach, die schneller ans Ziel wollen. Und die können das auch", sagte er. "Bildung auf die einzelnen Personen und ihre unterschiedlichen Talente auszurichten, das ist der große Gedanke dahinter. Das wird so kommen. Wie wir es organisieren, ist Sache des Kultusministers."

Das Kabinett hatte im vergangenen Sommer beschlossen, dass es künftig ein Nebeneinander von acht- und neunjährigen Gymnasien in Bayern geben soll. Demnach sollen die einzelnen Schulen völlig frei entscheiden dürfen, ob sie vom Schuljahr 2018/19 an oder auch später bei der achtjährigen Dauer bleiben, auf ein neunjähriges Modell wechseln oder im Einzelfall auch beide Varianten parallel anbieten.

Einheitliches Gymnasium

Spaenle wollte sich zuletzt nicht auf ein konkretes Modell festlegen - die Entscheidung darüber liege bei der Fraktion, betonte er. Gleichwohl stünden eine Reihe von Eckpunkten fest. "Wir wollen EIN bayerisches Gymnasium", sagte er. Klar sei zudem, dass nach der zehnten Jahrgangsstufe der mittlere Abschluss erreicht werden solle. Und Spaenle stellte klar: "Es wird an jeder Schule in Bayern möglich sein, nach acht Jahren das Abitur zu machen."

Abschließend soll es voraussichtlich eine Art Runden Tisch in der Staatskanzlei geben, bevor die Entscheidungen in Kabinett, Fraktion und Landtag anstehen. Die Grundlagen - auch der Entwurf für eine Stundentafel - sollten bis Ende Juli klar sein, sagte Spaenle. Ziel ist demnach, dass die Gymnasien im Schuljahr 2017/18 Zeit haben, zu entscheiden, welchen Weg sie gehen wollen.
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