Sitzung des CSU-Vorstands
Seehofer lässt sich nicht beirren

Der CSU-Parteivorsitzende Horst Seehofer lässt sich nicht aufs Glatteis führen: Zu Personalfragen sage er nichts, wiederholte der Ministerpräsident bei der Sitzung des CSU-Vorstands gebetsmühlenartig. Damit macht er es seinen innerparteilichen Gegnern nicht gerade einfach. Bild: Peter Kneffel/dpa
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Bayern
16.10.2017
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Horst Seehofer hat einen neuen Lieblingssatz. "Ich rede jetzt nicht über Personalfragen!" So hält er es auch in der Sitzung des Parteivorstandes am Montag, in dem er sich seine "Schrittfolge" bestätigen lässt.

München. Da mag es in der CSU um fast nichts anderes gehen und immer mehr Amtsträger eine personelle Neuausrichtung der Partei fordern, der Vorsitzende aber will sich nicht an der Debatte beteiligen. Erst also soll in den Sondierungs- und Koalitionsgesprächen in Berlin Substanzielles erreicht werden, danach könne man "die für Bayern bedeutsamen Personalfragen klären".

Auf den Plural bei "Personalfragen" legt Seehofer besonderen Wert. Es soll eben nicht nur um ihn allein gehen. Ein Thema wird die Zukunft von Joachim Herrmann sein. Der jedenfalls hat seine Hoffnung noch nicht begraben, trotz des Verfehlens eines Bundestagsmandats vom bayerischen zum deutschen Innenminister aufzusteigen. Auch Seehofer will sich die Option explizit offen halten. Zudem stellt er klar, dass die von ihm angekündigte Kabinettsumbildung "so oder so" kommen werde, also egal ob Herrmann nach Berlin geht. Jeder soll wissen, dass er das Heft des Handeln noch fest in der Hand hält.

In der Sitzung des CSU-Vorstands weicht Seehofer keinen Deut von seinem Fahrplan ab. Der könnte auch bedeuten, dass der für Mitte November geplante Parteitag verschoben wird, sollten die Berliner Verhandlungen in der heißen Phase stecken. Die Vorstandsneuwahlen wären da nur ein Störfaktor. Der Parteitag werde aber noch heuer stattfinden, soll Seehofer intern betont haben.

Bis dahin habe er unbedingte Gefolgschaft eingefordert. Wenn sich ein CSU-Ortsvorsitzender öffentlich Gedanken über seine Rolle an der Spitze der Partei mache, dann sei das für ihn kein Ansatz für einen Appell zur Mäßigung, erklärt Seehofer öffentlich. Für Führungskräfte aber gelte das Gebot der Geschlossenheit.

Irgendwie will Seehofer in seinem Terminkalender auch noch die nach der Bundestagswahl versprochenen Regionaldialoge integrieren. Die will er nicht als "Werbetour für eine Wiederwahl" nutzen. Er sieht sie als "Möglichkeit der Basis, mir die Meinung zu sagen". Auf der Pressekonferenz verplappert er sich fast. Auf die Frage, ob die Personalfragen für ihn ergebnisoffen seien, stutzt er kurz.

Würde er "Ja" sagen, bedeutete dies, dass er sich vorstellen kann, nicht mehr CSU-Chef und Ministerpräsident zu sein. Antwortet er mit "Nein", wäre klar, dass er beide Ämter behalten will. "Die Frage war so gut, dass ich jetzt fast darauf hereingefallen wäre", sagt er und lässt es damit schmunzelnd bewenden.
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