13.10.2017 - 20:28 Uhr
Deutschland & Welt

Söder stellt Ausbaubericht 2017 vor Breitbandausbau schreitet voran

Bis Ende 2018 sollen 530 000 der Haushalte in der Oberpfalz über schnelle Internetzugänge verfügen. Das wären doppelt so viele Anschlüsse wie im Jahr 2013. Die SPD spricht von einer "Luftnummer".

von Jürgen UmlauftProfil

München. (jum/dpa) Mit Ablauf des aktuellen Breitbandförderprogramms des Freistaats sollen zum Jahresende 2018 97 Prozent der Haushalte in Oberpfalz mit schnellem Internet versorgt sein. Das kündigte Heimatminister Markus Söder bei der Vorstellung des Ausbauberichts 2017 an. Insgesamt werden dann knapp 530 000 Haushalte in der Oberpfalz über eine Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 30 Megabit pro Sekunde (M-Bit/s) verfügen. Im Vergleich zum Programmstart im Jahr 2013 bedeutet das fast eine Verdoppelung der schnellen Anschlüsse.

Dank des von der EU nun zugelassenen "Vectoring", einer Software-Aufrüstung im Leitungsnetz, würden in vielen erschlossenen Gebieten noch heuer Übertragungsraten von 50 bis 100 M-Bit/s möglich, sagte Söder. "Vectoring ist der Turbo-Beschleuniger für bestehende Netze." Größere Versorgungslücken wird es nach Söders Prognose nach 2018 in der Oberpfalz nur noch im Osten des Landkreises Neustadt/WN sowie in kleineren Bereichen der Landkreise Tirschenreuth, Amberg-Sulzbach und Schwandorf geben. Diese ließen sich nicht ganz vermeiden, obwohl inzwischen 222 der 224 Kommunen der Oberpfalz Förderanträge gestellt hätten. Bei 209 davon sei der Förderbescheid bereits erlassen worden.

Nach Angaben Söders seien für die Oberpfalz derzeit gut 100 Millionen Euro an Breitbandförderung zugesagt, weitere 80 Millionen stünden zur Verfügung. Die Summe könnte sich noch durch die Gewährung des neuen "Höfebonus" für entlegenere Ortsteile sowie Kofinanzierungsmittel des Bundes erhöhen. Derzeit seien in der Oberpfalz mehr als 4800 Kilometer geförderte Glasfaserkabel verlegt oder im Bau.

Wie Söder weiter mitteilte, sind nun bayernweit alle Gemeinden an das moderne Glasfasernetz angeschlossenen - gut ein Jahr früher als geplant. "Überall in Bayern wird gebuddelt, gebaut und verlegt", sagte Söder. Derzeit gebe es landesweit rund 1300 Breitbandbaustellen. Der Freistaat habe dafür bislang 671 Millionen Euro an Fördergeldern ausgegeben, insgesamt stünden 1,5 Milliarden Euro bereit.

Vor allem im ländlichen Raum habe sich die Zahl der Anschlüsse für das schnelle Internet seit 2013 mehr als verdoppelt. So sei die Versorgung von Haushalten in ländlichen Kommunen mit 30 M-Bit/s (Stand Juli 2017) von 27 auf 67 Prozent gestiegen und mit 50 M-Bit/s von 16 auf 40 Prozent, berichtete Söder. Nach Abschluss der aktuellen Ausbaustufe sei es das Ziel, mindestens 50 M-Bit/s in allen bayerischen Haushalte zu bringen, so wie das in den Städten inzwischen vielfach Standard sei.

Die bayerische SPD hält den Breitband-Bericht daher für eine "ziemliche Luftnummer". "Herr Söder lässt das Glasfaserkabel sprichwörtlich nur bis zum Maibaum in der Ortsmitte legen. Von dort weg müssen die Daten dann auf langsamen Kupferleitungen weiterkriechen", sagte die SPD-Landtagsabgeordnete Annette Karl. "Dass 97 Prozent der bayerischen Kommunen derzeit am Förderprogramm der Staatsregierung teilnehmen, zeigt doch nur, wie groß der Nachholbedarf im Land ist."

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