Sozialbericht vorgestellt
Höchstes Nettovermögen

Politik BY
Bayern
16.05.2017
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München. Bayerische Haushalte verfügen laut dem am Dienstag erschienenen vierten Sozialbericht des Landes bundesweit über das höchste durchschnittliche Nettovermögen. "Bayern steht als führender Industrie- und Technologiestandort hervorragend da", kommentierte die bayerische Sozialministerin Emilia Müller (CSU) in München den Bericht. In keinem Land sei die Gefahr so gering, von Armut betroffen zu sein, wie in Bayern.

Bei der Opposition und dem Deutschen Gewerkschaftsbund Bayern hingegen haben die Ergebnisse des Sozialberichts scharfe Kritik ausgelöst. "Der aktuelle Sozialbericht strotzt vor Schönfärberei und Selbstzufriedenheit. Defizite und dringende Handlungserfordernisse benennt die Staatsregierung nur am Rande - oder lässt sie gleich ganz weg", sagte die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Doris Rauscher. Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung seien 85 Prozent der Menschen in Bayern der Meinung, dass sich Beruf und Familie in Bayern nicht gut miteinander vereinbaren lassen. Auch werde nicht angesprochen, dass Bayern bei der Betreuungsquote für Kinder im Bundesvergleich schlecht abschneide und mehr als 33 000 Krippenplätze fehlen, monierte Rauscher.

Auch der bayerische DGB-Chef Matthias Jena äußerte sich einer Mitteilung zufolge kritisch über den vierten Sozialbericht. Er warf der Landesregierung vor, zu wenig für den Wohnungsbau zu tun. Während der Bund seine Förderung für Bayerns Wohnbau auf 200 Millionen Euro verdoppelt habe, hätte Bayern die eigene Förderung von 158 Millionen Euro auf 87 Millionen Euro im Jahr 2017 gekürzt. Dabei fehlten in Bayern etwa 50 000 Sozialwohnungen.
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