Staatsanwaltschaft ermittelt gegen bisherigen Soko-Chef
Oktoberfest-Attentat unter neuer Leitung aufgerollt

Ein Sarg wird am 26.9.1980 vom verwüsteten Tatort beim Oktoberfest in München weggetragen. Bild: dpa
Politik BY
Bayern
27.12.2016
21
0

München. Der Leiter der bayerischen Sonderkommission zum Oktoberfest-Attentat von 1980 ist abgelöst worden. Seit dem 19. Dezember leite ein anderer Kollege die Soko zum Wiesn-Attentat, die nach der Wiederaufnahme der Ermittlungen durch den Generalbundesanwalt vor zwei Jahren eingesetzt worden war, sagte der Sprecher des LKA.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg ermittelt gegen den bisherigen Soko-Chef und fünf weitere LKA-Mitarbeiter im Zusammenhang mit einem V-Mann-Einsatz in der Rockerszene. Es geht um den Verdacht der Strafvereitelung im Amt, Urkundenunterdrückung und Falschaussagen.

Der Münchner Opfer-Anwalt Werner Dietrich, der die Wiederaufnahme des Wiesn-Verfahrens in Gang brachte, hatte am 6. Dezember die Entbindung des Soko-Chefs beantragt. Seine Mandanten seien der Ansicht, dass ein durch ein Ermittlungsverfahren vorbelasteter Beamter dafür nicht geeignet sei. "Die Vorwürfe gegen den jetzt ehemaligen Soko-Leiter wiegen schwer. Im Interesse der "Verfahrenshygiene" ist es eine notwendige und überfällige Entscheidung", sagte Dietrich nun.

Am 26. September 1980 hatte eine Bombe zwölf Wiesn-Besucher in den Tod gerissen und über 200 verletzt. Der rechtsradikale Täter Gundolf Köhler starb. Opfervertreter und Politiker verschiedener Parteien hatten stets bezweifelt, dass Köhler alleine und aus privaten Motiven handelte. Sie werfen den Ermittlern von damals - auch beim LKA - schwere Pannen vor. Dietrich kritisiert deshalb auch, dass nun wieder das LKA mit der Aufklärung dieses schweren Anschlags betraut wurde.

Der LKA-Sprecher betonte, der Wechsel bedeute keine Beeinträchtigung für die Ermittlungen. "Der neue Soko-Leiter hatte bereits in der Vergangenheit aus seiner Funktion heraus eine Vielzahl von Berührungspunkten zur Soko. Dadurch ist ein nahtloser Übergang gewährleistet.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.