17.05.2018 - 16:26 Uhr
Deutschland & Welt

Streit um Kruzifix-Erlass in Bayern Söder will Runden Tisch, Kirchen skeptisch

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will nach dem Streit um seinen Kreuz-Erlass für Behörden einen Runden Tisch einzuberufen. Die beiden Kirchen zeigen sich nicht gerade begeistert.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Treppenhaus des Bayerischen Landtages. Mit seinem Kruzifix-Erlass für Behörden hat er eine kontroverse Diskussion losgetreten - jetzt sollen alle an einen Tisch. Bild: Peter Kneffel/dpa
von Agentur KNAProfil

München. (KNA) Der Sprecher des Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamtes, Michael Mädler, sagte auf Anfrage, bisher wisse man davon nur aus den Medien. Solange keine offizielle Einladung vorliege, werde sich die Landeskirche nicht äußern.

Bernhard Kellner, Sprecher des Münchener Kardinals Reinhard Marx, sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur: "Es ist gut, wenn man ins Gespräch kommt, am besten immer so früh wie möglich." Der Kardinal habe ja schon gesagt, dass die katholische Kirche Gespräche wünsche. Nun bleibe abzuwarten, "wie sich der Runde Tisch konstituieren soll".

Am Donnerstagmorgen war bekanntgeworden, dass Söder auch mit Kritikern seines Kreuzerlasses ins Gespräch kommen will. Schon im Juni solle es dazu einen Runden Tisch zu Werten, Kultur und Identität geben, an dem Vertreter von Religionsgemeinschaften, Wissenschaft, Brauchtum und Kultur beteiligt sein sollten, heißt es in Medienberichten, die am Nachmittag von der Staatskanzlei bestätigt wurden.

Der ehemalige CSU-Spitzenpolitiker Alois Glück begrüßte Söders Absicht. Gegenüber der "Augsburger Allgemeinen" sagte er, das helfe "sicher auch, die Situation mit den Kirchen, auch mit Kardinal Reinhard Marx und dem evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm wieder zu normalisieren". Es wäre aber "sehr viel besser gewesen, einen breiten Dialog an den Anfang zu stellen", so der einstige Landtagspräsident und Chef des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel äußerte in derselben Zeitung die Hoffnung, ein solcher Dialog könnte die Debatte befrieden.

ZdK-Präsident Thomas Sternberg begrüßte grundsätzlich den Runden-Tisch-Vorschlag. Er habe aber Zweifel, dass das Einlenken von Söder in der Kreuz-Debatte das angespannte Verhältnis zwischen CSU und Kirchen befriede. "Vertrauen wächst erst aus dauerhafter Verlässlichkeit - dafür sind die Fristen noch viel zu kurz", sagte Sternberg der "Augsburger Allgemeinen".

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