14.05.2016 - 02:20 Uhr
Deutschland & Welt

Sudetendeutsche warnen vor Nationalismus: Mehr Europa

Nürnberg. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft hat unmittelbar vor ihrem Pfingsttreffen zu einem größeren Miteinander in Europa aufgerufen. "Gerade wir Sudetendeutschen wollen keine Grenzen in dieses Mitteleuropa schneiden", sagte der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt (CSU), am Freitag. Man brauche in Zeiten der Flüchtlingskrise nicht weniger, sondern mehr Europa. "Der Sudetendeutsche Tag soll Protest sein gegen jede Form von Nationalismus und Renationalisierung", betonte er.

von Agentur DPAProfil

Das Treffen der Sudetendeutsche Landsmannschaft - einer der einflussreichsten Vertriebenenverbände - beginnt an diesem Samstag in Nürnberg. Zur Hauptkundgebung am Sonntag wird auch Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) erwartet. Außerdem schickt die tschechische Regierung mit Kulturminister Daniel Herman erstmals einen offiziellen Vertreter zu dem Treffen. Die Beziehungen zwischen München und Prag waren lange durch die Vertreibung der deutschsprachigen Minderheit aus der damaligen Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg belastet. Viele der enteigneten und vertriebenen Einwohner des Sudetenlandes kamen nach Bayern. Ein Streitpunkt waren die Benes-Dekrete: Präsidentenerlasse, die die Vertreibung und Enteignung von mehr als 2,8 Millionen sogenannter Sudetendeutscher legitimierten. Heute sind sie laut Außenminister Lubomir Zaoralek in ihrer Wirksamkeit "erloschen".

Auf der Pressekonferenz im Vorfeld des Pfingsttreffens wurde außerdem das Begleitprogramm zur bayerisch-tschechischen Landesausstellung zu Kaiser Karl IV. vorgestellt. Die Schau zum Leben des bedeutendsten Herrschers im Spätmittelalter wird an diesem Samstag zum 700. Kaisergeburtstag in Prag eröffnet.

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