21.05.2018 - 22:28 Uhr
Deutschland & Welt

Sudetendeutschen Tag in Augsburg Zartes Pflänzchen

Der Kontakt zwischen Deutschland sowie Bayern und Tschechien sei zwar gut, könnte aber noch besser werden. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder beim Sudetendeutschen Tag in Augsburg.

Mitglieder verschiedener Sudetendeutscher Landsmannschaften bereiten sich auf den Einzug in die Festhalle vor. Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
von Agentur DPAProfil

Augsburg. Die Beziehungen zwischen München und Prag waren lange wegen der Vertreibung und Enteignung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg belastet. Erst in den vergangenen Jahren kam es zu einer Annäherung. 2016 nahm mit Kulturminister Daniel Herman erstmals ein tschechisches Regierungsmitglied am Sudetendeutschen Tag teil. "Unsere Aufgabe muss jetzt sein, dieses zarte Pflänzchen weiter wachsen zu lassen", sagte Söder. Er kam erstmals als offizieller Schirmherr der Vertriebenengruppe zu einem Sudetendeutschen Tag. Der Sprecher der Sudetendeutschen, der CSU-Politiker Bernd Posselt, hatte erklärt, dass die Sudetendeutschen ihr Pfingsttreffen gerne in Tschechien veranstalten würden. "Es gibt Städte, die darüber diskutieren, wie Brünn." Es sei zwar noch nicht entschieden, "aber wenn wir eine Einladung bekommen, das darf ich sagen, werden wir sie prüfen und wahrscheinlich dankbar annehmen". 2019 soll der 70. Sudetentag in Regensburg stattfinden, danach ist der Ort noch nicht festgelegt. Posselt kündigte auch an, die Sudetendeutschen würden sich bemühen, dass ihre Kultur in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen werde.

Zum Auftakt ihrer zweitägigen Veranstaltung hatten die Sudetendeutschen den Wiener Kardinal Christoph Schönborn mit ihrem Europäischen Karlspreis geehrt. Der katholische Geistliche, dessen Familie selbst aus Tschechien vertrieben wurde, wurde für seine Verdienste um die europäische Einigung und die Völkerverständigung ausgezeichnet. Die Freien Wähler forderten unterdessen mehr Geld von Bayern für die Vertriebenenarbeit. Der Fördertopf dafür müsse auf dem Niveau von 2003 gefüllt werden, das wären knapp 1,9 Millionen und somit rund 200 000 Euro pro Jahr mehr, sagte der vertriebenenpolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Hans Jürgen Fahn. Auch die Siebenbürger Sachsen hatten sich an dem Pfingstwochenende in Dinkelsbühl versammelt. Dort hatte Söder gelobt, dass die Siebenbürger Sachsen nicht zurückschauten, sondern Brücken in ihre frühere Heimat in Rumänien bauten und so Europa zusammenbrächten.

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