22.03.2018 - 21:54 Uhr

Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst Warnstreik trifft Stadtwerke

Volle Mülltonnen, geschlossene Türen beim Schwimmbad und keine Betreuung für die Kinder: Viele Beschäftigte im öffentlichen Dienst haben ihre Arbeit niedergelegt - auch die Region war betroffen.

Auch die Beschäftigten der Stadtwerke Sulzbach-Rosenberg traten am Donnerstag in den Ausstand. Bild: Andreas Royer
von Agentur DPAProfil

Sulzbach-Rosenberg/Amberg/München. Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben am Donnerstag mehrere bayerische Städte getroffen. In München haben sich mehr als 3000 Beschäftigte an dem Ausstand beteiligt, wie Verdi-Geschäftsführer Heinrich Birner mitteilte. Viele von ihnen trafen sich zu einer Kundgebung in der Innenstadt und bildeten eine Menschenkette.

Vor allem die Müllentsorgung in der Landeshauptstadt war einer Sprecherin des Abfallwirtschaftsbetriebs zufolge "stark betroffen": 90 Prozent der Mülltonnen wurden nicht geleert und alle Wertstoffhöfe blieben geschlossen. Drei städtische Schwimmbäder mussten geschlossen bleiben, wie ein Sprecher der Stadtwerke SWM mitteilte. Ein weiteres war nur halbtags geöffnet. Ansonsten habe es in der Verwaltung der SWM Ausfälle gegeben. Insgesamt seien 209 von 430 städtischen Einrichtungen vom Streik betroffen gewesen, teilte das Münchner Bildungsreferat mit - darunter auch mehrere Kindertageseinrichtungen. Weil sich Mitarbeiter auch spontan dem Warnstreik angeschlossen haben, konnte eine Sprecherin eine genaue Zahl zunächst nicht nennen.

In Sulzbach-Rosenberg (Kreis Amberg-Sulzbach) legten am Morgen 25 Mitarbeiter von Stadt und Stadtwerken ihre Arbeit nieder, wie ein Verdi-Sprecher sagte. In Amberg rief die Gewerkschaft die Beschäftigten des Klinikums Sankt Marien zu einer "aktiven Mittagspause" auf. Auch in Bayreuth rief die Gewerkschaft die Mitarbeiter der Stadtwerke zu Warnstreiks auf. Vor allem in der Verwaltung legten Mitarbeiter mittags für drei Stunden ihre Arbeit nieder, wie Geschäftsführer Jürgen Bayer erklärte. Die Auszubildenden im städtischen Klinikum folgten auch dem Aufruf. Die Versorgung der Patienten sei davon nicht betroffen gewesen, sagte ein Kliniksprecher. Die Bürgerämter waren einer Sprecherin der Stadt zufolge regulär geöffnet.

Wie viele Beschäftigte sich insgesamt in Bayern am Streik beteiligten, konnte Verdi zunächst nicht sagen. Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit rund 2,3 Millionen Beschäftigten in den Kommunen und beim Bund sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro im Monat.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.