26.05.2017 - 21:04 Uhr
Deutschland & Welt

Verbrecherjagd und moderne Kommunikation Mitteilungsdienst für Bayerns Polizisten

Der Umstieg auf den Digitalfunk hat die Polizei viel Kraft und Nerven gekostet. Jetzt soll die Kommunikation zwischen den Beamten bei der Verbrecherjagd noch schneller und besser werden. "Whatsapp" lässt grüßen.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat am Freitag in Nürnberg einen neuen Messengerdienst für die Polizei vorgestellt. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Nürnberg. Die bayerischen Polizisten sollen bei größeren Einsätzen schneller Fotos, Videos und andere Dateien untereinander austauschen. Daher werden künftig alle Polizeistreifen mit speziellen Mobiltelefonen ausgestattet. Die Geräte verfügen über ein Programm, mit dem die Beamten sekundenschnell zum Beispiel Bilder von gesuchten oder vermissten Personen übermitteln können. Bislang mussten Bilder in der Regel zunächst in den Dienststellen eingescannt werden.

Nach außen abgeschottet

Der am Freitag von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in Nürnberg vorgestellte neue "Polizei-Messenger" ähnelt in den Funktionen dem Mitteilungsdienst "Whatsapp". Das vom Mobilfunkanbieter Vodafone betriebene System sei aber nach außen abgeschottet und entspreche den Datenschutzrichtlinien. Polizisten, die gemeinsam an einem Fall arbeiten, könnten etwa in Gruppen-Chats ihre Erkenntnisse austauschen. Dateien können mit dem Messenger nur innerhalb der bayerischen Polizei und nicht an externe Nummern verschickt werden. Außerdem können die Beamten über die 16 vorinstallierten Apps hinaus keine eigenen Programme installieren.

Die I-Phones seien gegen fremden Zugriff "bestmöglich geschützt", zum Beispiel im Fall eines Verlustes. In den Dienststellen wird der Messenger auf Computern installiert. Der "Polizei-Messenger" wurde 2016 während des Münchener Oktoberfestes erstmals auf 90 Smartphones und 60 Computern erprobt.

Die für die Polizei neue Kommunikationstechnik soll im Einsatzgebiet des Polizeipräsidiums Mittelfranken erprobt werden. Vodafone kündigte an, bis Ende des Jahres rund 2800 der neuen Smartphones an die bayerische Polizei auszuliefern. 2018 solle jeder Streifenwagen damit ausgerüstet sein, teilte das Ministerium mit. Bayern sei damit unter allen Bundesländern Vorreiter, erklärte Minister Herrmann.

Der Münchener Polizeipräsident Hubertus Andrä betonte, es handele sich nicht um eine Konkurrenz zum abhörsicheren Digitalfunk. "Es ist eine sinnvolle Ergänzung."

Mehrere Länder prüfen

Nach den Worten des Vorsitzenden der Innenminister-Konferenz, Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU), prüfen derzeit mehrere Länder den Einsatz von Polizei-Messengern. Darüber hinaus werde "vor dem Hintergrund der Gefährdungslage angesichts terroristischer Anschläge" die Einführung eines "länderübergreifenden und einheitlichen Einsatz-Kommunikations- und Unterstützungssystems vorangetrieben". Dieses System, das auch die Nutzung von Messengerdiensten umfassen soll, sei für die Spezialeinheiten der Länder und des Bundes vorgesehen.

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