08.12.2017 - 16:08 Uhr
Deutschland & Welt

Vor dem Parteitag der CSU in Nürnberg Frauen wollen an die CSU-Spitze

Eine Woche vor dem Parteitag in Nürnberg kommt das Personalkarussell bei der CSU in Gang. Während die Männer Seehofer und Söder sich die Macht bereits aufgeteilt haben, melden jetzt auch prominente Partei-Frauen Ansprüche an.

Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (links) und die Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär (rechts) haben Ambitionen, in die CSU-Spitze aufzusteigen. Bilder: Sven Hoppe, Michael Kappeler/dpa
von Jürgen UmlauftProfil

München. Nach der unterfränkischen Bundestagsabgeordneten Dorothee Bär (39) hat nun auch die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml bestätigt, dass sie Interesse am Aufstieg in die Riege der fünf Stellvertreter von Parteichef Horst Seehofer angemeldet hat. Der oberfränkische CSU-Bezirksvorstand wird sich am Wochenende mit Humls Wunsch beschäftigen und die Bambergerin wohl offiziell nominieren. Die Personalie soll dann auch in der Runde der CSU-Bezirkschefs zur Vorbereitung des Parteitags am kommenden Wochenende in Nürnberg eine Rolle spielen.

Wie Bär will die 42-jährige Huml den Stellvertreterposten von Landtagspräsidentin Barbara Stamm übernehmen, die aus Altersgründen nicht mehr kandidiert. Mit Stamm trete eine "sehr erfahrene und engagierte Sozial- und Landespolitikerin" aus Franken nicht mehr an, erklärte Huml. Genau in diese Lücke möchte die seit 2013 amtierende Gesundheitsministerin stoßen. Es könnte also zu einer Kampfabstimmung zwischen den beiden Frauen aus Franken kommen. Die CSU hat fünf stellvertretende Vorsitzende: Neben Stamm sind das derzeit Bundesagrarminister Christian Schmidt, die Europa-Politiker Manfred Weber und Angelika Niebler sowie der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl. Während Weber, Niebler und Gribl parteiintern als gesetzt gelten, ist Schmidt nicht erst seit seiner umstrittenen Glyphosat-Entscheidung umstritten. In der CSU wird es deshalb für möglich gehalten, dass Huml oder Bär gegen den Mittelfranken antreten. Bezüglich des in der CSU wichtigen Regionalproporzes, wonach alle Landesteile in Führungsgremien möglichst gleichwertig vertreten sein sollten, wäre dies unproblematisch. Für Huml spräche in dieser Konstellation allerdings, dass Bär und Schmidt Bundespolitiker sind. Ohne Huml wäre die landespolitische Ebene der CSU nicht in der Stellvertreterriege vertreten. Laut Parteisatzung wäre auch möglich, die Stellvertreter per Sammelabstimmung zu wählen. Bei mehr als fünf Kandidaten wären die fünf mit den meisten Stimmen gewählt. Egal ob Huml, Bär oder gar beide aufrücken, das Machtgefüge in der CSU-Spitze würde sich damit verschieben. Während Stamm nämlich im jüngsten Machtkampf zwischen Seehofer und Söder auf der Seite des Parteichefs gestanden hatte, gelten Huml und Bär als Unterstützer Söders.

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