Wahlkampfstrategie der CSU in Bayern
Mit "Allrad-Antrieb" auf Facebook und Twitter

Markus Blume, Generalsekretär der CSU. Bild: Lino Mirgeler/dpa (Foto: dpa)
Politik BY
Bayern
09.04.2018
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Die Christsozialen haben sich für den Wahlkampf eine neue Strategie ausgedacht, die Hunderttausende Helfer benötigt. Damit will sich die CSU vor allem gegen einen Mitbewerber wappnen.

München. Die CSU will mit Blick auf die Landtagswahl im Oktober ihren Wahlkampf im Internet und in den sozialen Netzwerken intensivieren. Man wolle dort nicht nur eigene Botschaften transportieren, sondern auch "schnell und agil" auf "Unfug von Mitbewerbern" reagieren, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Montag nach einer Parteivorstandssitzung in München. Er kündigte einen "harten Online-Wahlkampf" an. "Wir wissen, dass man einen Wahlkampf nicht im Internet gewinnen kann, aber man kann ihn in den sozialen Netzwerken verlieren", erklärte er. In der Parteizentrale soll deshalb die "Online-Kampa" personell verstärkt werden.

Mit dieser Initiative reagiert die CSU auf Entwicklungen in den vergangenen Wahlkämpfen, in denen vor allem die AfD aggressive Kampagnen über soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter geführt hat. Ohne die Partei zu nennen, kündigte Blume an, mancher politische Wettbewerber solle sich "auf Überraschungen einstellen". Die CSU werde im Netz nicht nur in hoher Taktzahl bei aktuellen Themen mitdiskutieren, sondern bei Falschmeldungen und unlauteren Attacken zeitnah für Richtigstellungen sorgen.

Sollte in CSU-Foren Hass verbreitet werden, wolle man diesen unverzüglich löschen. Blume will an den Online-Debatten alle Parteimitglieder beteiligen. Dafür soll eine eigene Mitglieder-App für Smartphones bereitgestellt werden.

Allgemeines Ziel des Landtagswahlkampfes werde sein, das "zersplitterte bürgerliche Lager" wieder hinter der CSU zu vereinen. Basis dafür werde das "erfolgreiche Regierungshandeln" des neuen Ministerpräsidenten Markus Söder sein. "Wir arbeiten mit Allrad-Antrieb, und bringen die PS voll auf die Straße", sagte Blume.

Eindeutig stellte sich der Parteivorstand nach Aussage des Generalsekretärs hinter Parteichef und Bundesinnenminister Horst Seehofer. Dieser habe für seine Äußerungen zum Islam und zum Familiennachzug von Flüchtlingen "volle Rückendeckung" erhalten. Man habe auch dessen Mahnungen zur Vertragstreue an die SPD unterstützt. "Wir setzen den Koalitionsvertrag punktgenau um und geben keinen Umdeutungsversuchen der SPD nach", betonte Blume.
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