16.03.2009 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Werkausschuss diskutiert Wasserversorgung in Thölau - Entscheidung in zwei Wochen im Stadtrat: "Für weniger Geld bessere Qualität"

Normalerweise tagt der Werkausschuss nicht öffentlich, erläuterte Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder. Aber angesichts der Aktualität und des brennenden öffentlichen Interesses an der Zukunft der Wasserversorgung Thölau wich das Gremium am Mittwoch davon ab.

von Josef RosnerProfil

Die Oberbürgermeisterin betonte in der Sitzung des Werkausschusses, dass das Angebot der Stadt eine "50-jährige" Lösung darstelle. 40 Abnehmer würden im Stadtteil Thölau an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen.

Dr. Birgit Seelbinder erinnerte auch an den Feuerschutz, der nur mit dem Anschluss an die zentrale Wasserversorgung gewährleistet sei. Aus Sicht der Fachbehörden könne es keine andere Lösung geben, so die Oberbürgermeisterin.

Thomas Ruckdeschel (Wasserwirtschaftsamt Hof) warnte vor anderen Lösungen, diese seien nicht wirtschaftlich. Zudem hätten die dortigen Quellen ein qualitatives und quantitatives Problem.

Lösungen erarbeitet

Thölaus Ortssprecher Stefan Purucker bemängelte die Höhe der Betriebskosten. Weiter monierte er, dass die Stadt die Bemühungen der Thölauer Bürger nicht honoriere. Diese hätten Lösungsmöglichkeiten erarbeitet; doch würden diese in keinster Weise aufgegriffen. Purucker wörtlich: "Die Stadt versucht mit immer neuen Gutachten und Studien die Bemühungen der Thölauer ad absurdum zu führen." Anstatt dass die Stadt die Thölauer Bürger unterstütze, mache sie alles nur schlecht, so der Ortssprecher. Die Gutachten hätten nach Ansicht Puruckers nur ein Ziel, das Thölauer Wasser schlecht zu reden. "Unser Ziel aber ist, dass wir unser Wasser selber machen." Alfred Vollath vom Ingenieurbüro Wolf & Zwick verdeutlichte: "Hätte die Stadt Marktredwitz die Bedenken der Thölauer Bürger nicht ernst genommen, hätte sie weitere Gutachten gar nicht bestellt." Auch die Stadtwerke unternähmen alles, "untersuchen genau und bauen auf hundertprozentige Versorgungssicherheit für die Thölauer Bürger". Vollath sagte: "Ich behaupte, die Thölauer Bürger bekommen für weniger Geld hundertprozentige Wasserversorgungssicherheit und eine höhere und bessere Qualität dazu."
Kurt Rodehau (SPD) bestätigte, dass sich der Stadtrat intensiv mit dem Thema auseinandersetzt. Als Vertreter der Stadt habe er Verantwortung für alle Bürger, weshalb er für die zentrale Wasserversorgung plädierte.

Dr. Frieder Roblick (Freie Wähler/Junges Rawetz) hatte vor allem die Hygiene im Blick, was nur mit einer zentralen Wasserversorgung gewährleistet sei. Er betonte: "Gemeinsinn geht vor Eigennutz". Thomas Meyer (CSU) kündigte seine Unterstützung für den Anschluss an die zentrale Wasserversorgung an, auch weil die Versorgungssicherheit für die Thölauer Bürger obersten Vorrang haben müsse.

"Thölau hat Zukunft"

Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder versicherte: "Wir geben uns viel Mühe bei der Entscheidungsfindung." Den Thölauern sicherte sie zu, dass sie auch künftig in der Dorfmitte ihre Wasserentnahmestelle haben werden. Abschließend zeigte sie sich überzeugt: "Thölau hat Zukunft, diese Zukunft gibt es nur mit Wasser." Die Entscheidung fällt in der nächsten Stadtratssitzung.

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