Zuwachs in der Tourismusbranche
Region beliebt bei Urlaubern

Regensburg ist das touristischen Zugpferd in der Oberpfalz. Bild: Gehard Götz
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Bayern
09.02.2018
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Berge, Kultur, Geschäfte - Bayern ist als Reiseziel noch attraktiver geworden. Aber viele Gasthäuser gehen leer aus. Der Boom geht an ihnen vorbei. Verbandspräsidentin Angela Inselkammer sagt Ministerin Ilse Aigner, warum sie enttäuscht ist.

München. (jum/KNA/dpa) Die Oberpfalz ist auch im vergangenen Jahr bei Urlaubern wieder beliebter geworden. Knapp 2,09 Millionen Gäste checkten 2017 in den Hotels, Gasthöfen und Pensionen des Bezirks ein, 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Sie sorgten für mehr als 5,3 Millionen Übernachtungen (plus 2,6 Prozent). Die durchschnittliche Bettenauslastung betrug 36,6 Prozent. Bayernweit blieb der Tourismus auch 2017 auf Rekordkurs. Mit fast 37,3 Millionen Gäste-Ankünften (plus 4,9 Prozent) und 94,4 Millionen Übernachtungen (plus 3,7 Prozent) wurden jeweils neue Höchstwerte erreicht. "Wir können für 2017 wieder eine hervorragende Jahresbilanz vorweisen, mir gehen langsam die Superlative aus", erklärte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner bei der Vorstellung der Zahlen.

Zuwächse in Oberpfalz

Besonders hohe Zuwächse erlebte die Tourismusregion Oberpfälzer Wald. Dort stieg die Zahl der Gästeankünfte um 5,6 Prozent auf 382 000, die der Übernachtungen um 7,7 Prozent auf 1,04 Millionen. Etwas Federn lassen musste die Region Bayerischer Jura, zu der der Landkreis Amberg-Sulzbach gehört. Dort sank die Zahl der Ankünfte auf 515 000 (minus 0,7 Prozent) und die der Übernachtungen auf 1,08 Millionen (minus 0,1 Prozent).

Unterschiedlich war auch die Entwicklung in den Städten Amberg und Weiden, die im Marketing-Verbund ostbayerischer Städte für sich werben. Während in Amberg die Zahlen mit 42 500 Ankünften und 76 800 Übernachtungen in etwa gleich bleiben, kamen nach Weiden zwei Prozent mehr Gäste, nämlich 43 600. Sie sorgten für 79 900 Übernachtungen (plus 4,7 Prozent). Das Urlaubsland Bayern ist bei Touristen nach wie vor höchst beliebt. So wurde 2017 erneut ein Rekordjahr für den Fremdenverkehr im Freistaat, wie das Bayerische Landesamt für Statistik am Freitag mitteilte. Die Zahl der Gästeankünfte sei im Vergleich zu 2016 noch einmal um 4,9 Prozent auf 37,3 Millionen gestiegen. Auch die Zahl der Übernachtungen habe um 3,7 Prozent auf 94,4 Millionen zugenommen. Die höchsten Zuwächse verbuchten die Hotels, dann folgten die Hotel Garnis sowie Campingplätze.

Getragen wurde das Tourismusplus in Bayern vor allem von ausländischen Gästen. Deren Zahl legte um 8,7 Prozent auf knapp 9,4 Millionen zu. Hohe Steigerungsraten gab es vor allem bei Reisenden aus Russland (plus 27,9 Prozent), China (plus 19 Prozent) sowie den USA (plus 14,4 Prozent). Der Freistaat wirke "weltweit wie ein Magnet", sagte Aigner. Um den Trend fortzusetzen, appellierte die Ministerin an die Branche, weiter in die Qualität touristischer Angebote zu investieren und sich den Herausforderungen des digitalen Zeitalters zu stellen. Der Freistaat fördere entsprechende Initiativen nach Kräften. Ein Schwerpunkt: Hilfen für kleine Dorfwirtschaften.

Kleine Gasthöfe verlieren

Trotz wachsendem Umsatz: "Verlierer sind die kleinen Gasthöfe landauf, landab", sagte die Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Angela Inselkammer, am Freitag in München. Die Steuer- und Arbeitszeitpläne der geplanten Großen Koalition seien eine Enttäuschung. Seit 2006 habe Bayern ein Viertel seiner Schankwirtschaften verloren. "500 Gemeinden haben kein Wirtshaus mehr", sagte Inselkammer. Und das Wirtshaussterben gehe weiter. Aigner sagte, die Zahl der Gäste in Bayern sei im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf gut 37 Millionen gestiegen, die Zahl der Übernachtungen habe auf 94,4 Millionen zugelegt. "Das ist das sechste Rekordergebnis in Folge." Die Touristen gäben mehr als 31 Milliarden jährlich aus. Mit 560 000 Arbeits- und Ausbildungsplätzen sei die Tourismusbranche in Bayern ein wichtiger Arbeitgeber, gerade in ländlichen Regionen. Aber sie verstehe die Enttäuschung über den Koalitionsvertrag.

Inselkammer sagte, 90 Prozent der Betriebe seien Familienbetriebe. Die Arbeitszeiten aller Mitarbeiter müssten sich flexibler nach den Gästen richten. Aber potenzielle Koalitionäre in Berlin hätten offenbar wenig "Ahnung von dem, was da passiert".
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