25.09.2017 - 18:46 Uhr
Sport

"3:1-Sieg für unsere Fans" - Erlösung für Erras Fränkisches Derby mit "Kisten-Machern", Fixpunkten und Frustrierten

Die Geschichte des 263. fränkischen Derbys vom Sonntag ist eine Geschichte von "Kisten-Machern", Fixpunkten, Jungspunden und von völlig Frustrierten.

von Josef Maier Kontakt Profil

Fürth. Es war eine Statistik des Grauens - bis zu diesem Sonntag: Knapp 40 Jahre lang hatte der 1. FC Nürnberg nicht mehr auf Fürther Boden gewonnen. Ganz ehrlich, niemand erinnert sich noch an diesen 20. Oktober 1979, als Norbert Schlegel, Herbert Heidenreich, Klaus Täuber und Reinhold Hintermaier den Club zu einem 4:1 beim Rivalen schossen.

Auch deswegen sagte Mikael Ishak nach dem 3:1-Sieg am Sonntag ganz ehrfürchtig: "Dies war ein Sieg für unsere Fans." Eine Ewigkeit mussten die Anhänger auf diesen Moment warten, waren allzu oft das Gespött des kleinen Nachbarn. Dieser Sieg war aber auch etwas für das Selbstbewusstsein der Nürnberger Fußballer, die mit diesen drei Punkten endgültig zur Spitzengruppe der zweiten Bundesliga gehören.

Die gute Entwicklung des Clubs in dieser Saison lässt sich auch an Ishak festmachen. Der Schwede galt schon als Fehlinvestition: Ungelenk und ungefährlich waren nur zwei Attribute, die dem Winter-Neuzugang verpasst wurden. Und jetzt erklärt Trainer Michael Köllner: "Wir haben einen Knipser, der jede Woche eine Kiste macht." Fünf Tore in den drei Spielen der Englischen Woche erzielte der wuchtige Angreifer. Doch dem "Kisten-Macher", der in Fürth für das so wichtige 1:0 sorgte, ist auch noch etwas anderes wichtig. "Ich habe auch noch zwei Assists gegeben."

Da ist er wieder, dieser Teamgedanke, den Köllner immer wieder fordert und in den Vordergrund stellt. Manchmal auch stellen muss. Denn der Oberpfälzer hat mittlerweile ein breites Angebot an Spielern, die er bedenkenlos bringen kann und die er natürlich auch bei Laune halten muss. Cedric Teuchert etwa saß in den letzten Spielen leicht frustriert auf der Bank, ehe er gegen Ende hin ein paar Minütchen Spielzeit bekam. In Fürth stand der 20-Jährige in der Startelf. "Das war super. Mein erstes Derby von Anfang an. In der Jugend hatte ich schon einige, aber das ist was anderes." Der Druck sei viel größer, bemerkte der Torschütze des 2:0.

Selbst auf der Torhüterposition hat Köllner wieder die Qual der Wahl, nachdem Fabian Bredlow eine famose Partie lieferte und dem Club nach lange souveränem Spiel in der Schlussphase noch den Sieg rettete. "Das wäre schon Wahnsinn gewesen, wenn wir das hier nicht gewonnen hätten", sagte der Torwart. Thorsten Kirschbaum ist den Status der klaren Nummer eins wohl vorerst los.

Köllner hat aber auch Fixpunkte im Team: Ewerton ist schnell zum Abwehrchef geworden. Kapitän Hanno Behrens geht voran. Mit dem 3:1 machte er in Fürth alles klar. Und Patrick Erras hat seinen Stammplatz wieder sicher. "Ich habe Patrick heute erlöst", meinte Köllner nach dessen Auswechslung. Es war das dritte Spiel in acht Tagen für den so lange verletzten Raigeringer von Beginn an. Nach der Partie verschwand Erras mit einem Eisbeutel am rechten Knie in der Kabine. Gibt's wieder Probleme? Erras selbst beruhigte sogleich: "Das Knie ist völlig in Ordnung."

Bei den Fürthern ist gar nichts in Ordnung. "Wir waren in der ein oder anderen Situation verkrampft und haben den Nürnbergern zu viel Räume angeboten", klagte der frustrierte Trainer Damir Buric. Das Kleeblatt hat von bisher 24 möglichen Punkten nur 4 auf der Habenseite - auch eine Statistik des Grauens.

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