17.12.2008 - 00:00 Uhr
Sport

Aus dem sportlichen Höhenflug des FC Schweinfurt 05 wird nichts - Grabenkämpfe beim ... Von wegen 3. Liga: Investoren ziehen zurück

von Redaktion OnetzProfil

(af) Die Hoffnung auf einen sportlichen Höhenflug währte gerade einmal 22 Tage. Beim FC Schweinfurt 05 sind Grabenkämpfe ausgebrochen mit der Folge, das zwei potenzielle Investoren ihre Pläne, den Fußball-Bayernligisten mittelfristig in die 3. Liga hieven zu wollen, ad acta gelegt haben.

Vor gut drei Wochen hatten Thorsten Fischer und Tanja Hammerl noch ein rosarotes Bild von der Zukunft der "Schnüdel" gezeichnet. Die beiden Geschäftsführer der Internetdruckerei "Flyeralarm" (600 Beschäftigte/jährlicher Umsatz im dreistelligen Millionenbereich) wollten beim Bayernliga-Schlusslicht einsteigen, die erste Mannschaft aus dem Verein ausgliedern und nach der Sicherung des Klassenerhalts zurück in den Profifußball führen.

So weit wird es nicht kommen. Ein getrübtes Vertrauensverhältnis zur FC-Vorstandschaft sowie die nicht zu klärende Finanzsituation des Vereins nannte das Investoren-Duo als Hauptgründe für seinen Rückzieher. So sei ihr Vorhaben absichtlich ins Negative gezogen worden. Vergleiche mit früheren, unseriösen Investoren wie einem thailändischen TV-Sender seien "nicht nachvollziehbar" und sogar "beleidigend".
Den schwarzen Peter wollen sichdie beiden FC-Vorstände Werner Jonas und Rudolf Löhnert aber nicht zuschieben lassen. Diese hatten vergangene Woche die Öffentlichkeit gesucht, als sie im Vorfeld einer kurzfristig für 18. Dezember anberaumten Mitgliederversammlung endlich um Detailaufklärung baten und die möglichen Geldgeber mit ungeklärten Fragen konfrontierten. Unter anderem wollte die Vereinsführung wissen, warum die Investoren einen "immensen Zeitdruck" aufbauten und unbedingt 51 Prozent an der zu gründenden GmbH halten wollen, obwohl spätestens bei einem geplanten Regionalliga-Aufstieg diese Mehrheit vom Deutschen Fußballbund kassiert worden wäre.

Die Differenzen gerieten vollends zur Schlammschlacht, als ein örtliches Internetportal per Handelsregisterauszug eine Verbindung von Tanja Hammerl (37) zur Gabriele-Stiftung herstellte. Die in Martkheidenfeld beheimatete Stiftung ist nach Gabriele Wittek benannt, Gründerin und geistliche Leiterin des Heimerholungswerks Jesu Christi, welches seit 1984 unter dem Namen "Universelles Leben" firmiert und von der Zeitschrift Stern als "Deutschlands größte und gefährlichste Weltuntergangssekte" bezeichnet wurde.
Hammerl soll vor einigen Jahren, damals noch als Steuerberaterin, für zwölf Monate bei der Gabriele-Stiftung Prokura erhalten haben. Die Flyeralarm-Geschäftsführerin räumt Geschäftsbeziehungen zum "Universellen Leben" ein, die aber spätestens 2006 beendet worden seine. Unisono erklärten sowohl Fischer als auch Hammerl, "nie der Glaubensgemeinschaft Universelles Leben angehört zu haben." FC-Beiräte und Bürgermeister Otto Wirth, die auf der Seite der potenziellen Investoren stehen, haben nun die Nase voll von der "Verweigerungstaktik" des Vorstands. Wirth kündigte an, Jonas zum Rücktritt auffordern zu wollen.

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