08.09.2017 - 22:30 Uhr
Sport

Bayern München zu Gast in Hoffenheim Alles Müller, oder was?

Die Bayern starten in einen heißen Herbst. In drei Wochen stehen sieben Spiele auf dem Programm. Der Luxus-Kader hat sich rechtzeitig gefüllt. Der Trainer aber muss vor dem Auftakt gegen Hoffenheim vor allem Fragen zu einem ganz speziellen Bayern-Profi beantworten.

Spielt er oder spielt er nicht? Vor dem Gastspiel der Bayern bei der TSG Hoffenheim scheint sich alles um die Frage zu drehen, ob Fan-Liebling und Eigengewächs Thomas Müller (rechts) in die Startelf zurückkehrt oder nicht. Trainer Carlo Ancelotti will von einer Sonderrolle Müllers nichts wissen und vermied am Freitag eine Einsatzgarantie für den "Paradebayer" (O-Ton Karl-Heinz Rummenigge). Bild: Guido Kirchner/dpa
von Agentur DPAProfil

München. Carlo Ancelotti war natürlich vorbereitet auf die brisante Personalie Thomas Müller, auch wenn ihn die immer neuen Nachfragen irgendwann doch nervten. Der so erfahrene Trainer weiß natürlich, dass beim FC Bayern in seinem Umgang mit dem Weltmeister in den kommenden drei englischen Wochen viel Zündstoff steckt - gerade nach Müllers öffentlicher Klage. Aber Ancelotti scheint entschlossen, an seiner Marschroute festzuhalten. Eine Sonderrolle will der 58-Jährige auch Müller nicht einräumen.

"Ich kann niemandem einen Platz in der Startformation garantieren. Keiner ist gesetzt. Das gilt auch für Thomas Müller", sagte Ancelotti vor dem Topspiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) bei der TSG 1899 Hoffenheim. Der Italiener ließ am Freitag bewusst offen, ob Müller bei der Generalprobe für den Champions-League-Auftakt gegen Belgiens Meister RSC Anderlecht in die Startelf zurückkehren wird.

"Thomas ist fit. Er ist in einer guten Verfassung. Er kann spielen", sagte Ancelotti nur. Der Coach hat in der Offensive erstmals in dieser Saison die freie Auswahl, nachdem auch Real-Madrid-Leihgabe James Rodríguez nach seiner Muskelverletzung und einem Einsatz für Kolumbien in der WM-Qualifikation als Alternative bereitstünde.

Das Verhältnis zwischen Ancelotti und Müller steht derweil nach dem letzten Spiel in Bremen vor einer Belastungsprobe. Der "Paradebayer", wie Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge in der Saisonvorbereitung Müller nannte, hatte sich öffentlich über seine Teilzeit-Rolle beim 2:0 gegen Bremen beklagt. "Müller ist ein wichtiger Spieler für uns. Ich kenne seine Geschichte in diesem Verein. Aber wir haben viele sehr gute Spieler", erläuterte Ancelotti. Er könne nun mal nur elf Akteure aufstellen. "Wenn alle fit sind, müssen einige auf die Bank - und sogar auf die Tribüne."

Ob mit oder ohne Müller - am Samstagabend wollen die Bayern einen guten Start in einen heißen Herbst hinlegen. "Zuerst das Topspiel gegen Hoffenheim, dann Champions-League. Wir sind bereit für die nächsten Wochen", sagte Joshua Kimmich. Links hinten wird für den am Sprunggelenk verletzten David Alaba Rafinha verteidigen.

Ancelotti will Revanche für das 0:1 gegen 1899 Anfang April: "Wir wollen eine andere Leistung zeigen." Hoffenheim habe die nach München gewechselten Nationalspieler Niklas Süle und Sebastian Rudy. "Aber Hoffenheims Identität ist die gleiche geblieben", warnte Ancelotti. Das Comeback von Jérôme Boateng wird es noch nicht geben. "Wir denken, dass er noch eine Woche Training braucht", sagte Ancelotti.

Ich kann niemandem einen Platz in der Startformation garantieren. Keiner ist gesetzt. Das gilt auch für Thomas Müller.Carlo Ancelotti
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