13.09.2017 - 16:00 Uhr
Sport

Bayern-Oldies Ribéry und Robben angefressen Aufstand der Alten Herren

Neun Kilometer Luftlinie entfernt, trällern die Rock-Opas der Rolling Stones im altehrwürdigen Olympiastadion "I can't get no satisfaction". Und auch in der Allianz-Arena ist beim FC Bayern niemand so richtig zufrieden nach dem 3:0-Auftaktsieg in der Champions-League gegen Anderlecht. Allen voran der Senior im roten Trikot.

Rumms! Aus das Trikot und weg damit! Franck Ribéry war nach seiner Auswechslung gegen Anderlecht stinksauer. Bild: Tobias Hase/dpa
von Fabian Leeb Kontakt Profil

München. Auch nach dem Sieg über den belgischen Meister brennt bei den Bayern der Baum. Dabei sollte die Partie gegen die Mannschaft des ehemaligen Nürnberger Trainers René Weiler eigentlich als Feuerlöscher fungieren - stattdessen geriet sie zum Brandbeschleuniger. Bei Franck Ribéry entlud sich die latente Unzufriedenheit, die weite Teile des Clubs derzeit zu überlagern scheint, nach seiner Auswechslung zwölf Minuten vor dem Abpfiff. Zunächst trottete er sichtbar angefressen vom Platz. Die Fans in der Südkurve sprangen ihm mit "Ribéry-Ribéry"-Rufen sowie Pfiffen in Richtung Trainer zur Seite.

Draußen zog sich der 34-jährige Franzose sein Trikot aus und schleuderte es wutentbrannt auf den ihm zugedachten Platz auf der Ersatzbank. Ribéry war einer der besten Bayern. Seine Tempodribblings verliehen der Ancelotti-Elf ein Element, das der über weite Strecken uninspiriert und fahrig agierenden Truppe komplett abging. "Trotzdem geht so eine Reaktion nicht. Wir sind hier beim FC Bayern, da geht das nicht. Darüber werde ich mit Franck reden müssen", grantelte Sportdirektor-Novize Hasan Salihamidzic. Allgemein wird beim deutschen Rekordmeister viel geredet derzeit. Dies fiel auch Arjen Robben auf. "Wir tun gut daran, nicht mehr so viel neben, sondern wieder verstärkt auf dem Platz zu kommunizieren. Unser Spiel ist derzeit einfach zu einfallslos, zu wenig kreativ", kritisierte der 33-Jährige. Und Ribérys Senior-Partner legte nach: "Bei allem Respekt für Anderlecht. Aber wir sind 80 Minuten in Überzahl und müssen diesen Gegner vor eigenem Publikum eigentlich aus dem Stadion schießen. Stattdessen spielen wir eigensinnig wie mit einer 5:0-Führung im Rücken, obwohl es lange nur 1:0 hieß."

Der Adressat dieser niederländischen Schelte war auch unausgesprochen allen bekannt: Robert Lewandowski. Das nicht autorisierte "Spiegel"-Interview kam im Mannschaftskreis, trotz aller Beteuerungen, scheinbar nicht ganz so gut an. Gegen Anderlecht "glänzte" der Pole zudem mit eigensinnigen Aktionen nahe der Arroganz-Grenze. Wiederholt ignorierte er die besser postierten Mitspieler - allen voran Ribéry und Robben. Sagen wollte der Schütze des 1:0 per Strafstoß nach der Partie nichts. Er stapfte mit einem Grinsen durch die Mixed-Zone: "Nächstes Mal wieder." Scheinbar wusste er, welche Fragen auf ihn gewartet hätten.

Addiert man zu diesen Unruheherden noch den nörgelnden Thomas Müller hinzu, der gegen Anderlecht ganze zwölf Minuten spielte, liegt im bayerischen Binnenklima doch einiges im Argen. Aber noch ist es früh in der Saison und es gibt - ganz im Stones-Jargon - keinen Grund für: "Paint it black."

Wir sind hier beim FC Bayern, da geht das nicht. Darüber werde ich mit Franck reden müssen.Hasan Salihamidzic über Ribérys Trikotwurf

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