Bayern-Trainer äußert sich zu seiner Zukunft
Jupp Heynckes heizt Gerüchte erneut an

Wohin führt der Weg? Am Freitag befeuerte Jupp Heynckes erneut Spekulationen um seine Zukunft in München. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Bild: Marijan Murat/dpa
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Bayern
09.03.2018
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Zweimal 8:0, einmal ein 9:2: Die Bayern können sich seit Jahren in Heimspielen gegen den HSV nach Herzenslust austoben. Vor dem nächsten Duell gibt es Mitleidsäußerungen mit dem totgesagten Dino. Derweil verblüfft der Trainer mit einer Aussage zu seiner Zukunft.

München. Langsam wird's zum Possenspiel. Die Bayern-Bosse registrieren "amüsiert" die Spekulationen um den künftigen Trainer - und der umgarnte Amtsinhaber verblüfft mit immer neuen und scheinbar widersprüchlichen Wortmeldungen. "Ich habe bislang noch nie definitiv gesagt, dass ich am 30. Juni aufhören werde", sagte der 72 Jahre alte Heynckes am Freitag vor dem nächsten erwarteten Münchener Schützenfest gegen den Hamburger SV, der mit einer Horrorbilanz dem vorerst wohl letzten Bundesligaduell am Samstag (15.30 Uhr) in der Allianz-Arena entgegenbangt. Bei den letzten sieben Niederlagen am Stück kassierte der HSV insgesamt 44 Tore; zweimal waren es acht, einmal sogar neun.

Aus dem Kontext

Heynckes' Einlassungen zu seiner Zukunft in der Pressekonferenz vor dem HSV-Spiel bedeuten keine Abkehr von der Ursprungs-Aussage beim Amtsantritt im vergangenen Oktober, als er von einer Hilfsaktion bis zum Saisonende sprach. Diese Aussage hat er niemals widerrufen - auch diesmal nicht. "Die Aussagen werden immer aus dem Kontext gerissen", beklagte sich Heynckes. Das Thema nervt ihn angeblich, dem Verein aber verschafft er mit dem öffentlichen "Rumeiern" Zeit.

Im Stadionmagazin zum HSV-Spiel äußert sich Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge zum großen Thema. "Wir betrachten sehr entspannt und zum Teil auch amüsiert, was da so alles spekuliert wird", schreibt der Vorstandsvorsitzende im Editorial. Es gebe inzwischen nicht mehr "allzu viele namhafte Fußball-Trainer, die zuletzt nicht mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht wurden". Heynckes hat sich gerade sehr wohlwollend über den von ihm geschätzten Thomas Tuchel geäußert, was den Ex-Coach von Dortmund und Mainz zum Favoriten machte.

Mitleid mit HSV

Eine Tendenz bleibt: Heynckes wird am Saisonende aufhören, als deutscher Meister und womöglich Triple-Champion wie 2013. Noch einfacher erscheint die Prognose, dass der Tabellenvorletzte HSV am Saisonende erstmals aus der Bundesliga absteigen wird. Sieben Punkte beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz 16, und an einen Premierensieg unter Trainer Bernd Hollerbach ist im Spiel eins nach dem Rauswurf von Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt ausgerechnet in München kaum zu glauben. Die Bayern sind weiter hungrig auf Erfolge und Tore. "Wir wollen möglichst da anknüpfen, wo wir in Freiburg aufgehört haben", sagte Heynckes. Da gab's ein 4:0!

Vor der womöglich nächsten sportlichen Abreibung gab es von Bayern-Seite bereits Worte des Mitleids mit dem HSV. "Der Abstieg ihres Gründungsmitglieds wäre ein herber Verlust für die Bundesliga", äußerte Rummenigge. "Ich finde schon, dass der Dino fehlen wird", sagte auch Heynckes. Er verwies auf viele Fehlentwicklungen in der jüngeren Hamburger Vergangenheit. Die vielen Trennungen von Trainern, Vorständen und Managern seien "Indikatoren" dafür. "Man kann sich in der 2. Liga auch erneuern."

Ich habe bislang noch nie definitiv gesagt, dass ich am 30. Juni aufhören werde.Jupp Heynckes
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