Biathlon-Staffel
Die Aufholjagd im Chiemgau

Nach einer grandiosen Aufholjagd freuten sich die deutschen Biathleten Simon Schempp, Arnd Peiffer, Benedikt Doll und Erik Lesser (von links) beim Heim-Weltcup in Ruhpolding über den dritten Platz in der 4x7,5-km-Staffel hinter Norwegen und Russland. dpa
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Bayern
12.01.2017
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Was für eine Aufholjagd der Männer-Staffel: Dank einer grandiosen Energieleistung schafft es das Biathlon-Quartett beim Heim-Weltcup in Ruhpolding noch auf das Podest. Was gelingt der Frauen-Staffel?

Ruhpolding. Nach der grandiosen Aufholjagd wurde die deutsche Biathlon-Staffel in Ruhpolding frenetisch gefeiert. Trotz einer Strafrunde von Startläufer Erik Lesser schafften es die deutschen Männer als Dritter hinter Norwegen und Russland beim Heim-Weltcup aufs Podest. "So richtig freuen kann ich mich nicht, weil ich nicht so richtig dazu beigetragen habe", sagte Lesser. "Ich habe vom besseren Rennen der anderen profitiert und schwimme im Erfolg mit", meinte der Thüringer nach dem Rennen am Mittwoch. Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Simon Schempp führten das eigentlich schon geschlagene Quartett von Platz 15 noch auf Rang drei. "Wir haben am Schießstand nicht überzeugen können. Aber wenn man mit den Ergebnissen noch auf das Podium kommt, dann spricht das für unsere läuferische Verfassung. Es ist ein schönes Gefühl", sagte Schlussläufer Schempp.

Wechselbad der Gefühle

Die nach dem Doppelerfolg von Schempp und Lesser im Massenstart von Oberhof hoch gehandelten deutschen Herren erlebten vor 10 000 Zuschauern in der Chiemgau-Arena ein Wechselbad der Gefühle. "Wenn man hier mit einer Runde und neun Nachladern auf dem Podium steht und schaut, dass Russland zwei Nachlader hat und Norwegen fünf, dann können wir mit dem dritten Platz ganz gut leben", sagte Bundestrainer Mark Kirchner. Über den Daumen rechnete er: Eine Strafrunde seien 20 Sekunden Zeitverlust, ein Nachlader zehn Sekunden. 23,5 Sekunden lagen die Deutschen nach den 4x7,5 Kilometern hinter den Norwegern zurück.

Die deutschen Frauen blickten schon einmal auf ihr Staffelrennen am Donnerstag (14.30 Uhr/ARD). Franziska Hildebrand wird aber nicht dabei sein. Ihr gönnt Bundestrainer Gerald Hönig eine Pause. In der Besetzung Vanessa Hinz, Maren Hammerschmidt, Franziska Preuß und Laura Dahlmeier wollen die Skijägerinnen dennoch wie zuletzt 2014 in der Chiemgau-Arena ganz oben auf dem Podium stehen. "Wir sind aktuell im Nationen-Cup die führende Nation. Wir haben die erste Staffel in Pokljuka gewonnen. Wir wären schlecht beraten, wenn wir uns mit Platz fünf oder sechs zufrieden geben würden", meinte Hönig.

Während er die Qual der Wahl hat, ist Kirchner auf der Suche nach der Reserve für seine vier Top-Läufer. Dem einen oder anderen würde ab und an eine Pause gut tun. Von Krämpfen geplagt hatte sich Lesser drei Tage nach seinem zweiten Platz in Oberhof ins Ziel gequält, übergab mit einem Rückstand von 49,9 Sekunden an Doll. Der Schwarzwälder brachte sein Team auf Platz sechs. Auch Peiffer holte weiter auf, führte die Mannschaft auf Podestkurs. Und wenn Schempp an Emil Hegle Svendsen hätte dranbleiben können, dann wäre gar der Sieg drin gewesen. Denn der Norweger holte den vor dem letzten Wechsel 30 Sekunden in Führung liegenden Russen Anton Babikow noch ein. "Im Endeffekt war das Rennen 100 Meter zu lang", sagte Russlands Coach Rico Groß.
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