28.12.2004 - 00:00 Uhr
Sport

Blue Devils verlieren in Kaufbeuren mit 1:6 - Boutin und Hagn vorzeitig unter die Dusche Klare Abfuhr beim Schlusslicht

von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Die Blue Devils kamen am zweiten Weihnachtsfeiertag im Kellerduell der 2. Eishockey-Bundesliga böse unter die Räder. Bei Schlusslicht ESV Kaufbeuren verlor der Tabellenvorletzte klar mit 1:6 (1:2, 0:2, 0:2). Zudem kassierten J. F. Boutin und Stephan Hagn "große" Strafen, beide fehlen am Dienstag im Heimspiel gegen Duisburg.

Die Entscheidungen des schwachen Schiedsrichters Huber waren aber im "Fall Boutin" falsch und bei Hagn sehr umstritten. Nicht Boutin (er fuhr gerade zum Wechsel Richtung Bank), sondern Samuel St. Pierre beging ein Foul am Kaufbeurer Markus Vaitl. Obwohl sich St. Pierre als Übeltäter meldete, beharrte Referee Huber auf seiner Entscheidung und schickte Boutin in der 18. Minute wegen Stockschlags mit Fünfminuten- plus Spieldauerdisziplinarstrafe vorzeitig unter die Dusche. "Wir haben über den Vorfall eine Zusatzmeldung verfasst", erklärte der dritte Vorsitzende Jürgen Lehner nach dem Match.

Ein noch schlimmeres Strafmaß gab es in der 37. Minute für Stephan Hagn. Den Zusammenprall mit Daniel Huhn wertete Huber als "Check gegen den Kopf" und brummte Hagn eine Matchstrafe auf. Der 25-jährige Stürmer wird damit einige Spiele fehlen. "Es war eine unglückliche Aktion, er hat ihn unabsichtlich am Kopf getroffen", nahm Trainer Leos Sulak seinen Angreifer in Schutz.

Für den Devils-Coach, der "mit einigen Entscheidungen nicht zufrieden" war, aber auch "Disziplinlosigkeiten" einräumte, war das ständige Unterzahlspiel für die Niederlage verantwortlich. Die Partie zeigte die Weidener Schwächen bei den "special teams" wieder einmal gnadenlos auf. Während bei den Blue Devils im Powerplay so gut wie nichts zusammenlief, traf das Schlusslicht bei numerischer Überlegenheit vier Mal ins Schwarze. Und einen Treffer markierten die Allgäuer sogar, als Weiden einen Mann mehr auf dem Eis hatte.

Die Blue Devils begannen die Partie wie angekündigt mit vier Reihen. Nicht dabei waren Florian Ondruschka (Turnier mit der U18-Nationalmannschaft), Florian Bartels (fällt wegen seiner Rückenverletzung vorläufig bis Mitte Februar aus) und Florian Zellner (er fiel der "Ü23-Regel" zum Opfer). Neuzugang Christian Witthohn gab sein Debüt, eine Einschätzung seines Leistungsvermögens ist nach dieser Partie noch nicht möglich.

0:1 nach 26 Sekunden

Die Gastgeber, die neun Spiele in Folge verloren hatten, wurden auch am Sonntag kalt erwischt. Bereits nach 26 Sekunden markierte J. F. Boutin die Führung für die Blue Devils. Doch der neue Coach Peter Ustorf hatte dem Schlusslicht scheinbar neues Leben eingehaucht, denn Kaufbeuren steckte den Rückschlag schnell weg. Der gute Reinhard Haider im Weidener Kasten konnte zunächst noch einige Möglichkeiten vereiteln, doch in der 10. Minute traf Brandon Dietrich in Überzahl (Roman Göldner saß draußen) zum 1:1. Beim 2:1 (16.) durch Dominic Auger saßen mit Christian Witthohn und Stefan Keski-Kungas sogar zwei Weidener in der Kühlbox.

Nach Boutins Ausschluss stellte Leos Sulak auf drei Reihen um, Peter Gruhle wechselte in den ersten Sturm. 35 Sekunden nach Wiederbeginn, erneut bei doppelter Überzahl, schlug die Scheibe zum 3:1 im Weidener Kasten ein - Torschütze war Martin Schweiger. Fünf Minuten später wurde Reinhard Haider (Sulak: "Er war nicht schlecht, aber ich wollte einen neuen Impuls geben") von Christian Meiler abgelöst. "Smiley" bot ebenfalls eine gute Leistung, doch in der 34. Minute war er gegen Brandon Dietrich Unterzahl-Treffer zum 4:1 machtlos.

Hagns Position im dritten Sturm nahm im Schlussabschnitt Michal Bartosch neben Christian Kinateder und Florian Mayer ein. Patrick Yetman (42./Überzahl und 51./das einzige Kaufbeurer Tor bei fünf gegen fünf) schraubte das Resultat noch auf 6:1.

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