Champions-League startet in die K.-o.-Phase
Bayerische Einzelkämpfer

Das waren noch Zeiten: Der FC Bayern München und Borussia Dortmund (im Bild Franck Ribéry, rechts, und Ilkay Gündogan) duellierten sich 2013 im rein deutschen Champions-League-Finale im Londoner Wembley-Stadion. Mit dem besseren Ausgang für die Münchener. Bild: Tom Hevezi/dpa
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Bayern
12.02.2018
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2013 war die Bundesliga in Europa noch König: Bayern gegen Dortmund hieß das Champions-League-Finale. Fünf Jahre später ist die Lage im Europapokal alarmierend. Die Bundesliga sei "kurz davor, durch den Rost zu fallen", warnt Karl-Heinz Rummenigge vor dem Start der K.-o.-Phase.

München. Es kommt mal wieder alles auf den FC Bayern an. Der Bundesliga-Dominator muss als einsamer Champions-League-Vertreter den in dieser Saison arg ramponierten Ruf des deutschen Fußballs in Europa aufpolieren. Spanien, England und Italien ziehen mit einem Großaufgebot an Vereinen in die am Dienstag startende K.-o.-Phase, die stolze Bundesliga dagegen ist im bedeutendsten Wettbewerb nur noch mit den Münchnern dabei.

Die Champions-League-Absteiger Borussia Dortmund und RB Leipzig dürfen wenigstens in der Europa-League weiterspielen, aus der Hoffenheim, Hertha und Köln nach der Gruppenphase ausgeschieden sind. "Wir müssen aufpassen, dass das nicht zur Tagesordnung wird", sagte Bundestrainer Joachim Löw zur bislang desaströsen deutschen Europapokalbilanz in der WM-Saison.

Bayern zunächst Zuschauer

Jupp Heynckes sieht keine besondere Verpflichtung. "Die spüre ich nicht", sagte der Bayern-Coach. Nein, den 72-Jährigen treibt bei seinem bestaunten Trainer-Comeback allein ein Ziel an: Das Triple von 2013 zu wiederholen. In Bundesliga und DFB-Pokal sind die Titelchancen prächtig, jetzt geht's um die begehrteste Trophäe.

Die Bayern steigen erst in einer Woche gegen Besiktas Istanbul ins Achtelfinale ein. Sie können zunächst genüsslich zuschauen, wie sich im Knaller-Duell zwischen Titelverteidiger Real Madrid und Paris Saint-Germain zwei der großen Favoriten bekämpfen. Cristiano Ronaldo gegen Neymar, Toni Kroos gegen Julian Draxler - diese Kraftprobe an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF/Sky) bietet viele Facetten.

Auch der FC Barcelona mit Weltstar Lionel Messi und Nationaltorwart Marc-André ter Stegen sowie Manchester City mit Startrainer Pep Guardiola und den Nationalspielern Ilkay Gündogan und Leroy Sané gelten - noch - als heißere Titelanwärter als der FC Bayern. Das Kollektiv ist für Heynckes wichtiger als ein 222-Millionen-Euro-Mann wie PSG-Star Neymar. So war es auch 2013, als Heynckes mit den Bayern im deutschen Wembley-Finale Borussia Dortmund besiegen konnte.

Noch Vierter

Damals schien der deutsche Fußball Europa zu beherrschen. Ein Jahr später wurde die Nationalmannschaft in Brasilien Weltmeister. Aber es war eine Momentaufnahme. Seit 2000 gab es nur zwei deutsche Triumphe im Europapokal, jeweils durch die Bayern in der Champions-League (2001, 2013). In der Fünfjahreswertung der Uefa ist Deutschland hinter Spanien, England und Italien auf dem wichtigen vierten Platz - noch!

In der aktuellen Saisonwertung liegt Deutschland auf Platz neun, hinter Zypern und Österreich! "Ich sehe schon andere Ligen klar vorne. Die spanische und die englische Liga sind die beiden stärksten. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht noch hinter andere Ligen rutschen", kommentierte Weltmeister Mats Hummels. Die englische Premier League ist mit der Rekordzahl von fünf Teams (Manchester City und United, Liverpool, Chelsea, Tottenham) im Achtelfinale dabei, Spanien mit drei (Real, Barça, FC Sevilla).

Auch Karl-Heinz Rummenigge schwant Böses. Der Bayern-Chef erinnert an "eine gemeinsame Interessenslage" der Bundesligavereine, was gerade die Champions-League betreffe. "Wir haben ab dem 1. Juli vier Fix-Teilnehmer. Wir sind aber, wenn wir so weitermachen wie in den letzten Monaten, kurz davor, dass wir durch den Rost fallen und von vier auf zwei Teilnehmer runtersausen. Das wäre ein Schaden für die gesamte Liga, den es zu verhindern gilt", sagte Rummenigge.

In der Königsklasse wollen die Bayern in den kommenden Wochen wieder "etwas putzen", wie Präsident Uli Hoeneß sagte: "Es ist wichtig, dass die Mannschaft noch zulegen kann, wenn die richtigen Granaten nach München kommen." Dafür haben die Bayern ja ihren Triple-Coach. Heynckes nimmt erst zum vierten Mal an der Champions-League teil, aber er erreichte jedes Mal das Finale. Auch das am 26. Mai in Kiew?

Champions-LeagueAchtelfinale

Hinspiele

Juventus Turin - Tottenham Hotspur Di. 20.45 (Rückspiel am 7. März)

FC Basel - Manchester City Di. 20.45 (Rückspiel am 7. März)

FC Porto - FC Liverpool Mi. 20.45 (Rückspiel am 6. März)

Real Madrid - Paris St. Germain Mi. 20.45 (Rückspiel am 6. März)

FC Chelsea - FC Barcelona Di., 20.2., 20.45 (Rückspiel am 14. März)

FC Bayern - Besiktas Istanbul Di., 20.2., 20.45 (Rückspiel am 14. März)

FC Sevilla - Manchester United Mi., 21.2., 20.45 (Rückspiel am 13. März)

Schachtjor Donezk - AS Rom Mi., 21.2., 20.45 (Rückspiel am 13. März)
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