08.04.2018 - 22:16 Uhr
Deutschland & Welt

FC Bayern feiert sechste Meisterschaft in Serie Jubel-Jupp

Vollgas geben die Bayern bei ihrer Meister-Party noch nicht. Champions-League und DFB-Pokal locken wie im Triple-Jahr 2013. Der gerührte Trainer Heynckes rühmt den Stellenwert des Titels, Ribéry feiert einen Rekord. Rummenigge deutet zwei Personalentscheidungen an.

von Agentur DPAProfil

Augsburg. Polonaise mit Pappschale, Schampus in der Kabine und ein feines Meister-Essen im Mannschaftskreis. Stimmungsvoll feierte der FC Bayern mit einer Party light den nächsten Titel, Jupp Heynckes kämpfte nach seiner letzten Meisterschaft mit den Tränen. "Es ist etwas ganz Großartiges. Als Spieler war es für mich das Highlight meiner Karriere", schwärmte der gerührte Tripletrainer, der sich liebend gerne mit einem Triumph wie 2013 vom FC Bayern verabschieden würde. "Das Karussell dreht sich ja noch weiter, wir wollen ja, wenn es geht, noch etwas mitnehmen dieses Jahr", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mit Blick auf Champions-League und DFB-Pokal.

Auf der Genuss-Liste des Vorstandschefs standen nach dem 28. nationalen Championat "das eine oder andere Glas Rotwein" und eine Meister-Zigarre. Fein gestylt mit Krawatten und Fliegen ließen die Stars den sechsten Bundesliga-Titel am Stück in einem Nobelrestaurant ausklingen. "Meine erste Meisterschaft war schon emotionaler, aber dieses ganze Emotionale heben wir uns ja vielleicht dieses Jahr noch auf", sagte Kapitän Thomas Müller nach dem 4:1 beim FC Augsburg. "Der Hunger ist sehr groß." Der Fokus wurde schnell auf das Viertelfinal-Rückspiel in der Champions-League gegen Sevilla gelenkt.

Während der Meister-Gesänge spritzte Müller mit Champagner in der Kabine herum, doch vor der Königsklassen-Aufgabe übertrieben es die Triple-Jäger nicht. "Wir haben gerade in der Kabine mit Bier angestoßen und jetzt konzentriert sich die Mannschaft schon wieder auf den Mittwoch. Wir wollen unbedingt ins Halbfinale", sagte Rummenigge nach dem 2:1 im Hinspiel. Das Finale am 26. Mai in Kiew lockt, das Pokal-Endspiel am 19. Mai in Berlin ist ein weiteres Ziel.

Der mit "Jupp, Jupp, Jupp"-Sprechchören gefeierte Heynckes war besonders bewegt, als er die langjährigen Titel-Heroen Franck Ribéry und Arjen Robben zu den feiernden Fans geleitete. "Das war auch eine besondere Anerkennung meinerseits. Das sind zwei Spieler, die neun, zehn Jahre im Club sind. Wo gibt es das heute noch?", sagte der 72-Jährige. Rummenigge machte Ribéry an dessen 35. Geburtstag und dem ein Jahr jüngeren Robben Hoffnung, dass der am Saisonende auslaufende Vertrag verlängert wird. "Nicht viel" spreche dagegen, sagte der Vorstandschef. Im April will er auch den neuen Trainer verkünden, der im Sommer ein großes Heynckes-Erbe antritt. "Rib&Rob" hätten gerne bald Klarheit. "Es ist nicht immer einfach, weil man auch planen muss", sagte Musterprofi Robben.

"Die Dominanz der Bayern ist beeindruckend", sagte FCA-Manager Stefan Reuter. Nach dem 0:1 durch ein Eigentor von Niklas Süle, einem von fünf Meister-Frischlingen, durften die Schwaben auf eine Überraschung hoffen. Doch Corentin Tolisso James Rodríguez, Robben und Sandro Wagner machten den Titel fix.

Heynckes sandte eine Gratulation an Ancelotti, von dem er das Amt im Herbst mit fünf Punkten Rückstand auf Dortmund übernommen hatte. Der Altmeister schaffte es bei seinem Freundschaftsdienst, aus dem Ensemble eine Einheit zu formen sowie die Bosse Rummenigge und Hoeneß zusammenzuführen.

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