Fußball
Warum musste Dirk Schuster beim FC Augsburg gehen?

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Bayern
16.12.2016
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Stecken wirklich nur sportliche Gründe hinter der Entlassung von Dirk Schuster? Was haben ein Fehlen beim Training, ein Veilchen und ein Cut damit zu tun? "Nichts!", sagt Augsburgs Manager Stefan Reuter. Die Demission des Weinzierl-Nachfolgers bleibt rätselhaft.

Bild: dpa

Augsburg. Der Nachfolger des lädierten Dirk Schuster strahlte über das ganze Gesicht. Nach dem überraschenden Aus des bisherigen Trainers will Bundesliga-Nobody Manuel Baum beim FC Augsburg seine unerhoffte Chance in Deutschlands höchster Spielklasse nutzen. "Ich kriege das Lachen gerade gar nicht aus dem Gesicht heraus. Ich freue mich wahnsinnig, dass der Verein das Vertrauen in mich setzt", sagte der 37 Jahre alte Neu-Coach des Fußball-Bundesligisten.

Schuster genäht

Die Knall-auf-Fall-Trennung von Schuster am Vortag warf auch bei der Präsentation von Bis-auf-Weiteres-Trainer Baum am Donnerstag noch Fragen auf. Manager Stefan Reuter widersprach ungefragt Spekulationen über außersportliche Gründe. "Es kommen immer wieder Gerüchte und Meldungen. Ich möchte einfach nochmal sagen, dass es sportliche Gründe waren, die den Ausschlag gegeben haben, dass wir einen Wechsel auf der Trainerposition vollziehen", sagte der Geschäftsführer.

"Ich weiß nichts von einer Schlägerei. Dirk Schuster hat einen Cut, der am Sonntagmorgen genäht wurde, aber das hat nichts mit unserer Entscheidung zu tun", antwortete Reuter auf eine entsprechende Frage. "Er hat gesagt, er ist gestürzt, und ich habe keinen Grund, das nicht zu glauben. Das kann jedem mal passieren." Wegen Magen-Problemen und des Sturzes habe Schuster beim Training am Sonntag gefehlt.

Unabhängig davon wurde der Coach, der vor der Saison für kolportierte 1,1 Millionen Euro aus Darmstadt kam, im Team kritisch gesehen. "Am Ende hat auch die 100-prozentige Überzeugung innerhalb der Mannschaft gefehlt", sagte Kapitän Paul Verhaegh. "Er hat sich nicht von der Mannschaft verabschiedet. Wir haben das Trainerteam nicht mehr gesehen."

Damit will der schwäbische Bundesligist, der erstmals in seiner noch kurzen Bundesliga-Historie einen Trainer entließ, das kurze Kapitel des Nachfolgers von Markus Weinzierl (FC Schalke) aber auch endlich zuschlagen. Der frühere Torhüter Manuel Baum, der als Coach bei der SpVgg Unterhaching arbeitete und bislang Cheftrainer des FCA-Nachwuchses war, soll nun die Weichen für einen versöhnlichen Hinrunden-Ausklang stellen. "Wir stricken mit heißer Nadel an einem Plan, wie wir Gladbach schlagen wollen", sagte der gebürtige Landshuter. Danach folgt auswärts Dortmund.

Genügend Kandidaten

In Zeiten, in denen unbekannte Fußballlehrer wie Julian Nagelsmann einen großen Aufstieg in Hoffenheim feiern oder in dieser Saison schon Alexander Nouri (Werder Bremen) und Valérien Ismaël (Wolfsburg) in die erste Reihe befördert wurden, darf nun natürlich auch Baum auf mehr Meriten als die eines Interimscoaches hoffen. "Ich hoffe, man kauft es mir ab, aber damit beschäftige ich mich wirklich nicht", wiegelte er ab.

Auch Reuter will sich damit nicht befassen. "Gladbach hat Priorität. Wir führen in diesen Tagen keine Gespräche. Wie es nach der Winterpause weitergeht, ist offen", erklärte der Manager. Kandidaten gib es genügend. Außer Schuster wurden in dieser Saison schon Markus Kauczinski (Ingolstadt), Viktor Skripnik (Bremen), Bruno Labbadia (Hamburg), Dieter Hecking (Wolfsburg) und Norbert Meier (Darmstadt) beurlaubt.

Darmstadt-Rückkehr kein ThemaEine Rückkehr von Trainer Dirk Schuster zum SV Darmstadt 98 ist für Präsident Rüdiger Fritsch offenbar kein Thema. "Das Gute liegt nicht in der Vergangenheit, das Gute liegt in der Zukunft", sagte Fritsch am Donnerstag.

Im Umfeld des Fußball-Bundesligisten wird aktuell über ein Comeback des langjährigen Erfolgstrainers spekuliert, weil Schuster am Mittwoch seinen Job beim FC Augsburg verlor und die "Lilien" nach der Trennung von Norbert Meier auf Trainersuche sind. Allerdings gingen Schuster und Fritsch im Sommer in einem teils öffentlich ausgetragenen Streit auseinander. Der Trainer hatte sich trotz eines laufenden Vertrags dazu entschieden, den SV Darmstadt nach dem Durchmarsch von der Dritten in die Erste Liga sowie dem Klassenverbleib in der Bundesliga Richtung Augsburg zu verlassen. (dpa)
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