Irrsinn im Basketball
Klagen über zu vollen Terminkalnedre vor Gipfeltreffen

Der Bamberger Nikos Zisis (links) tippt über den Münchner Nick Johnson den Ball in den Korb. Vor dem Spitzenspiel am Sonntag hatten wie Bamberger während der Woche noch zwei Euroleague-Spiele zu bestreiten. Bild: Daniel Löb/dpa
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Bayern
17.11.2017
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München. Vor dem Gipfeltreffen in der Bundesliga drückte Uli Hoeneß sein Unbehagen über die dichte Taktung im Spielplan deutlich aus. Das Mitgefühl des Vereinschefs vom FC Bayern galt aber nicht seinen Münchner Basketballern, sondern dem Rivalen Brose Bamberg. "Sie sehen ja, wie es in dieser Woche Bamberg ergeht: Sie spielen am Mittwoch gegen Barcelona, am Freitag in Mailand und am Sonntag in München. Das ist nicht in Ordnung", sagte der Vereinschef dem "Münchner Merkur" in einem Interview. "Wir spielen zuhause gegen Istanbul und können warten, bis die kommen. Das ist nicht fair. Da fehlt das Fingerspitzengefühl."

Das Programm hatte es für die Bamberger zuletzt wirklich in sich. Andererseits ist die Mannschaft von Trainer Andrea Trinchieri auch an ein üppiges Pensum gewöhnt. Und Basketball-Wunder gelingen den Oberfranken dabei auch noch. Das irre 84:81 gegen den FC Barcelona in der Euroleague nach einem 26-Punkte-Rückstand war so eines. "Hut ab. Stark, dass sie das Spiel noch gedreht haben", staunte ein fränkischer Sportkollege, Nürnbergs Fußball-Trainer Michael Köllner.

Nicht einmal 45 Stunden nach dem Gastspiel in der Königsklasse bei Olimpia Mailand müssen die Bamberger schon wieder in München beim Spitzenreiter ran. Und der FC Bayern will dem umformierten Meisterteam am Sonntag (17.30 Uhr) schon die vierte Niederlage in dieser Saison zufügen. "Wenn wir das gewinnen sollten, wären wir in einer sehr guten Position in Richtung Play-offs", sagte Hoeneß, dessen Basketballer unter der Woche gegen Galatasaray Istanbul vorzeitig den Sprung unter die Top 16 im Eurocup schafften. "Für uns war das ein wichtiger Sieg, aber auch dieses Kapitel ist abgeschlossen. Wir schauen nur darauf, was als nächstes kommt", beteuerte Coach Sasa Djordjevic.

Die Erinnerungen an die deprimierenden Playoff-Tiefschläge gegen Bamberg in den vergangenen beiden Spielzeiten sind bei den Münchnern natürlich noch vorhanden. Mit jeweils 0:3 in den Serien verpassten die Bayern deutlich den Einzug ins Finale. Damals stand Bryce Taylor noch in Diensten der Münchner. In diesem Sommer schnappten sich die runderneuerten Bamberger allerdings den US-amerikanischen Aufbauspieler. Mit dem Transfer des FCB-Kapitäns schwächte der Meister zugleich den Herausforderer. Die Münchner ließen es sich wiederum nicht nehmen, Daniele Baiesi als neuen Sportdirektor zu verpflichten, nachdem sein Vertrag bei den Oberfranken ausgelaufen war.
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