02.04.2018 - 21:28 Uhr
Deutschland & Welt

James Rodriguez überragt beim Schützenfest der Bayern gegen Dortmund "Kolumbianischer Messi"

München. Neben dem Platz ist er ein äußerst ruhiger Zeitgenosse, kein Mann großer Worte. Auf dem Rasen dagegen lässt James derzeit großartige Taten sprechen. Lothar Matthäus geriet am Samstagabend als Sky-Experte ins Schwärmen und wählte den ganz großen Vergleich: James sei der "kolumbianische Messi" und in Verbindung mit Javi Martínez "die beste Doppel-Sechs der Welt". Nun kann man von Matthäus' Expertise halten was man will, so weit lag der deutsche Rekord-Nationalspieler mit dieser Einschätzung nicht daneben.

Thomas Müller (links) bedankte sich nach seinem Treffer zum 3:0 artig bei Vorlagengeber James. Der Kolumbianer glänzte beim 6:0-Sieg der Bayern gegen chancenlose Dortmunder und war der alles überragende Mann auf dem Platz. Bild: Andreas Gebert/dpa
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Bei der bayerischen 6:0-Gala gegen eine desaströse Dortmunder Borussia zeigte James, weswegen Real Madrid nach der WM 2014 75 Millionen für den 26-Jährigen hingeblättert hat. James Rodriguez war beim Welt-Turnier in Brasilien mit sechs Treffern erfolgreichster Torschütze, und vom AS Monaco in der Folge nicht mehr zu halten. Für die Bayern, die den linken Zauberfuß bis 2019 von den Königlichen ausgeliehen haben, entwickelt sich James derweil zum besten Relikt aus der ansonsten wenig rühmlichen Ancelotti-Zeit. Der Ex-Trainer wollte seinen ehemaligen Madrider Schützling unbedingt im Kader haben.

Doch anfangs wirkte der Kolumbianer in München wie ein Fremdkörper - zu fahrig in seinen Aktionen, wenig integriert und körperlich bestenfalls auf Bayernliga-Niveau. Einige Monate später unter dem neuen Trainer Jupp Heynckes hat sich James' Wahrnehmung grundlegend geändert: Inzwischen ist er der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Münchener. "Ich werde von Tag zu Tag besser und fühle mich in München wohl", sagte er nach dem österlichen Sechserpack bescheiden und noch in leisen spanischen Worten. Dabei verriet Sportdirektor Hasan Salihamidzic parallel, dass James schon fleißig deutsch paukt.

Auf dem Rasen klappt die Verständigung dagegen schon perfekt. James ist der Takt- und Ideengeber der Bayern. Er diktiert das Tempo, leitet den Spielaufbau ein und glänzt immer öfter auch als Ziel- und Abschlussspieler im gegnerischen Strafraum. Ein Tor und zwei Assists (zu den Treffern von Müller und Ribéry) lautete sein Arbeitsprotokoll vom Ostersamstag - zugegeben gegen eine Dortmunder Mannschaft, die wenig konkurrenzfähig auftrat.

Mit den Gedanken war nicht nur der Kolumbianer längst beim nächsten Highlight-Spiel in diesem entscheidenden Monat. "Das war ein guter Auftakt in den April, aber jetzt folgt gleich ein heißer Tanz in Sevilla. Diese fanatischen Anhänger können einen Gegner einschüchtern", sagte James, der aus seiner Madrider Zeit weiß, was die Bayern am Dienstag erwartet.

Im Viertelfinal-Hinspiel der Champions-League muss die Heynckes-Truppe in Andalusien ran. Erschien unter Ancelotti ein Titel in der Königsklasse als schlechter Aprilscherz, ist den Bayern in der Gala-Form aus dem Dortmund-Spiel inzwischen alles zuzutrauen. Auch dank der Form-Explosion eines James Rodriguez.

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