23.07.2017 - 22:28 Uhr
Sport

Mitgliederversammlung von 1860 "Löwenfans" wollen Ismaik loswerden

Die Mitglieder des TSV 1860 München wollen nicht mehr wie bisher mit Investor Hasan Ismaik weitermachen. Der Kooperationsvertrag soll aufgekündigt werden. In spannenden Wochen und Monaten sind jetzt auch Juristen gefordert.

von Agentur DPAProfil

München. Die Mitglieder des TSV 1860 München haben bei einer richtungsweisenden Versammlung klar gegen Investor Hasan Ismaik votiert. Nachdem der Bruder des jordanischen Mehrheitsgesellschafters mit seiner Kandidatur für den Verwaltungsrat deutlich gescheitert war, wurde am Sonntagabend in München auch für die Aufkündigung des Kooperationsvertrags gestimmt. Nach dem Willen der Mitglieder hat der in die Fußball-Regionalliga abgestürzte Traditionsclub sechs Monate Zeit, diesen Kontrakt zu kündigen. Der Antrag wurde mit überwältigender Mehrheit angenommen.

Beim nächsten Kapitel zwischen Traditionsclub und Mehrheitseigner dürften jetzt Juristen gefordert sein. Ob die Argumentation des Antrags haltbar ist, müssen notfalls Gerichte entscheiden. Klar ist in jedem Fall, dass die rund neun Stunden lange Mitgliederversammlung das schwierige Verhältnis zwischen Investor und Club nicht erleichtern wird. Zunächst hatte der Antrag sogar vorgesehen, die Kooperation unverzüglich aufzukündigen. Dann wurde doch ein Zeitfenster von sechs Monaten dafür eingeräumt. "Ich habe Kopfschmerzen dabei. Dieser Antrag, wenn er so gestellt wird, zwingt uns zu handeln, ohne dass wir darüber nachgedacht haben, ob dieses Handeln sinnvoll ist", hatte Präsident Robert Reisinger laut Medien zu einer fristlosen Kündigung gesagt. Ismaik hatte 2011 den Verein vor der Insolvenz gerettet und seither vergeblich etliche Millionen investiert. Weil Investor Ismaik dem Verein eine Zahlung von rund 10 Millionen Euro verweigerte, durften die "Löwen" in dieser Saison nicht in die 3. Liga, sondern mussten noch weiter runter.

Reisinger soll den Club bis 2019 als Präsident führen. Auf der Mitgliederversammlung des Traditionsclubs bekam Reisinger 844 Ja-Stimmen, 365 Mitglieder stimmten mit Nein. Der 53-Jährige war Anfang Juni übergangsweise zum neuen Vereins-Präsidenten bestellt worden. Nun wurde er offiziell ins Amt gewählt. Er hatte den Posten nach dem Abstieg vom zurückgetretenen Peter Cassalette übernommen.

1860: Trauer um Ex-Präsident Schneider

München. (dpa) Der TSV 1860 München trauert um seinen früheren Präsidenten Dieter Schneider. Wie der Viertligist am Samstag mitteilte, starb der Unternehmer aus Dachau am Wochenende. Details nannten die "Löwen" nicht.

Schneider war von Februar 2011 bis März 2013 Präsident des früheren Bundesligisten. Nach dem Einstieg des umstrittenen Investors Hasan Ismaik und einem verlorenen Machtkampf verließ Schneider die Münchner. "Dieter Schneiders Ehefrau Gipsy und seinen vier Kindern gilt unser tiefes Mitgefühl und wir wünschen ihnen ganz viel Kraft", schrieb 1860 über den 70-Jährigen.

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